20.03.12003, 19:29
Arbeitslos
Muss man jeden Job annehmen?
Jetzt kommt´s knüppeldick für viele Arbeitslose! Künftig sollen sie auch Stellen mit Niedrig-Lohn annehmen. SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler forderte gestern, dass "Arbeit, die bisher als unzumutbar abgelehnt wurde, künftig getan wird".
Eigener Kommentar: Hiermit wären wir wieder beim Thema: Für was denn dann überhaupt noch eine Arbeitslosenversicherung? Die Jobs werden "immer zumutbarer".
Was steht Arbeitslosen bislang zu?
Schon seit Jahresanfang gelten verschärfte Zumutbarkeits-Regeln für Arbeitslose. Danach ist allein das Gehalt, nicht mehr die Tätigkeit, maßgeblich für eine neue Stelle.
In den ersten drei Monaten müssen Arbeitslose einen Job mit bis zu 20 Prozent weniger Gehalt annehmen. Die folgenden drei Monate sind 30 Prozent weniger zumutbar. Ab dem siebten Monat gilt das Arbeitslosengeld als Maßstab.
Was soll sich jetzt noch ändern?
Nach den Plänen von Kanzler Schröder soll das Arbeitslosengeld für unter 55-Jährige nur noch ein Jahr, für Ältere bis zu 18 Monate gezahlt werden. Danach soll es nur noch ein so genanntes Arbeitslosengeld II in Höhe der Sozialhilfe geben. Folge: Langzeitarbeitlose müssten dann auch Einfach-Jobs mit Sozialhilfe-Lohn annehmen: Bei 3000 Euro früherem Lohn müsste ein Alleinstehender einen Job mit 640 Euro Lohn akzeptieren!
Muss ich jeden Job annehmen, wenn das Gehalt stimmt?
Im Prinzip ja. Die Bundesanstalt für Arbeit: "Die immer wieder anzutreffenden Meinung, es gebe eine Art `Berufsschutz`, ist falsch." Folge: Ein arbeitsloser Ingenieur müsste z. B. auch als Lagerist arbeiten.
Gibt es überhaupt genügend Billig-Jobs?
Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft: "Unter den heutigen Bedingungen gibt es mindestens eine halbe Million offene Stellen für Niedrig-Lohn-Jobs. Wenn die Zumutbarkeit verschärft wird und sich damit die Bedingungen ändern, könnte die Zahl erheblich steigen."
Quelle: www.bild.de: http://www.bild.de
Muss man jeden Job annehmen?
Jetzt kommt´s knüppeldick für viele Arbeitslose! Künftig sollen sie auch Stellen mit Niedrig-Lohn annehmen. SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler forderte gestern, dass "Arbeit, die bisher als unzumutbar abgelehnt wurde, künftig getan wird".
Eigener Kommentar: Hiermit wären wir wieder beim Thema: Für was denn dann überhaupt noch eine Arbeitslosenversicherung? Die Jobs werden "immer zumutbarer".
Was steht Arbeitslosen bislang zu?
Schon seit Jahresanfang gelten verschärfte Zumutbarkeits-Regeln für Arbeitslose. Danach ist allein das Gehalt, nicht mehr die Tätigkeit, maßgeblich für eine neue Stelle.
In den ersten drei Monaten müssen Arbeitslose einen Job mit bis zu 20 Prozent weniger Gehalt annehmen. Die folgenden drei Monate sind 30 Prozent weniger zumutbar. Ab dem siebten Monat gilt das Arbeitslosengeld als Maßstab.
Was soll sich jetzt noch ändern?
Nach den Plänen von Kanzler Schröder soll das Arbeitslosengeld für unter 55-Jährige nur noch ein Jahr, für Ältere bis zu 18 Monate gezahlt werden. Danach soll es nur noch ein so genanntes Arbeitslosengeld II in Höhe der Sozialhilfe geben. Folge: Langzeitarbeitlose müssten dann auch Einfach-Jobs mit Sozialhilfe-Lohn annehmen: Bei 3000 Euro früherem Lohn müsste ein Alleinstehender einen Job mit 640 Euro Lohn akzeptieren!
Muss ich jeden Job annehmen, wenn das Gehalt stimmt?
Im Prinzip ja. Die Bundesanstalt für Arbeit: "Die immer wieder anzutreffenden Meinung, es gebe eine Art `Berufsschutz`, ist falsch." Folge: Ein arbeitsloser Ingenieur müsste z. B. auch als Lagerist arbeiten.
Gibt es überhaupt genügend Billig-Jobs?
Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft: "Unter den heutigen Bedingungen gibt es mindestens eine halbe Million offene Stellen für Niedrig-Lohn-Jobs. Wenn die Zumutbarkeit verschärft wird und sich damit die Bedingungen ändern, könnte die Zahl erheblich steigen."
Quelle: www.bild.de: http://www.bild.de
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