Vor 7 Stunden
Tillschneider bekennt sich zu deutschem Chr*stentum
Der AfD-Vize in Sachsen-Anhalt wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Partei richte sich gegen das Chr*stentum. Er lobt ein „deutsches Chr*stentum“, welches „viel heidnisches Erbe in sich aufgenommen“ habe.
Kreuzritter plündern, rauben und morden im heidnischen Preußen. "Schlagt sie alle tot – G*tt will es!"
So lautete das Motto der Katholiken.
Ausgerechnet eine Partei, die von den Spitzen der katholischen und evangelischen Kirche regelmäßig als Gefahr für die Demokratie dargestellt und von kirchlichen Veranstaltungen ausgeschlossen wird, erhebt nun einen bemerkenswerten Anspruch: Sie sei heute „mit Abstand die chr*stlichste Partei Deutschlands“.
Diese These vertritt der religionspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, der konfessionslose Arabist Dr. Hans-Thomas Tillschneider, in einem ausführlichen Interview mit Lukas Steinwandter auf dem chr*stlichen Nachrichtenportal Corrigenda. Tillschneider begründet seine für manches linke Ohr provokante Aussage ausdrücklich nicht mit der persönlichen Religiosität der Parteimitglieder, sondern mit den politischen Positionen der AfD. In den entscheidenden ethischen Fragen – Lebensschutz, Ehe und Familie, Ablehnung der Gender-Ideologie sowie Bewahrung der chr*stlichen Kultur Deutschlands – vertrete seine Partei heute konsequenter chr*stliche Grundüberzeugungen, als die meisten anderen politischen Kräfte.
Ähnlich hatte sich schon 2024 die katholische Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in einem Interview mit Burkhard Müller-Ullrich (Kontrafunk) geäußert, als sie feststelle, daß die AfD die einzige Partei ist, deren Parteiprogramm noch am ehesten katholischen Grundsätzen entspricht (PP berichtete).
Absage an heidnische Ersatzreligionen
Ebenso deutlich fällt seine Kritik an den beiden großen Kirchen aus. Diese hätten sich, so Tillschneider, zunehmend dem politischen Zeitgeist angepaßt und ihren eigentlichen Auftrag aus den Augen verloren. Statt das Evangelium zu verkünden, beschäftigten sich zahlreiche Kirchenvertreter vor allem mit Migration, Klimapolitik oder anderen tagespolitischen Kampagnen. Dadurch hätten sich viele gläubige Chr*sten von ihren Kirchen entfremdet.
Die eigentliche Trennlinie verlaufe heute nicht zwischen Kirche und AfD, sondern zwischen einem klassischen chr*stlichen Menschenbild und einer zunehmend ideologisierten Kirchenpolitik. Besonders interessant ist ein Abschnitt des Interviews, der mit einem immer wieder gegen die AfD erhobenen Vorwurf aufräumt. Kritiker behaupten seit Jahren, in der Partei gebe es starke neuheidnische Strömungen, die das Chr*stentum zurückdrängen wollten.
Auslöser dieser Debatte war ein Antrag auf dem Landesparteitag der AfD Sachsen-Anhalt, chr*stliche Feiertage zugunsten heidnischer Feste abzuschaffen. Tillschneider macht jedoch unmißverständlich deutlich, daß dieser Antrag innerhalb der Partei praktisch keinerlei Unterstützung fand: „Der Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit nahezu einstimmig zurückgewiesen. Es gab nur ganz vereinzelte Enthaltungen und Dafür-Stimmen. Ich glaube, es war sogar nur eine Stimme dafür. Ich selbst habe mich dagegen ausgesprochen.“ Ebenso klar weist er den Versuch zurück, Heidentum und Chr*stentum gegeneinander auszuspielen: „Ich halte es für falsch, die heidnische Tradition gegen das Chr*stentum in Stellung zu bringen. Beides hat uns geprägt, wobei uns das Chr*stentum historisch nähersteht als das längst vergangene Heidentum. Über das Verhältnis von Heidentum und Chr*stentum ist deshalb versöhnlich zu sprechen.“
Dann ist es sicherlich auch völlig falsch, Indianer und Chr*stentum gegeneinander auszuspielen?
Sollen Indianer und übrige Heiden sich doch endlich damit abfinden und gefälligst die Klappe halten.
Zur Begründung verweist er darauf, daß das Chr*stentum im Laufe seiner Geschichte selbst zahlreiche kulturelle Elemente der vorchr*stlichen Zeit aufgenommen habe: „Das Chr*stentum selbst hat von der Benennung des Osterfestes über den Weihnachtsbaum bis hin zur Terminierung der großen Feste viel heidnisches Erbe in sich aufgenommen. So ist ein deutsches Chr*stentum entstanden, das die Gestalt unseres Weges zu G*tt bildet.“ Zugleich fügt er ausdrücklich hinzu: „Wenn ich von deutschem Chr*stentum spreche, meine ich nicht die ‚deutschen Chr*sten‘ der NS-Zeit und spiele auch nicht darauf an. Das sei nur prophylaktisch gesagt.“
Auf die Nachfrage, warum Teile seines Landesverbandes dennoch das Chr*stentum zurückdrängen wollten, antwortet er ebenso eindeutig:„Es ist kein Teil, sondern eine ganz isolierte, völlig irrelevante Einzelmeinung ohne Unterstützung im Landesverband.“ Damit weist Tillschneider sehr klar die häufig erhobene Behauptung zurück, antichr*stliche oder neuheidnische Positionen spielten innerhalb der AfD eine nennenswerte Rolle.
Deutsches Chr*stentum?
Gerade an dieser Stelle drängt sich allerdings eine kritische Anmerkung auf. So überzeugend Tillschneider den Versuch zurückweist, Heidentum gegen Chr*stentum auszuspielen, so problematisch bleibt aus katholischer Sicht seine Rede von einem „deutschen Chr*stentum“.
Denn das Chr*stentum ist seinem Wesen nach nicht national, sondern katholisch – das heißt universalkirchlich. Es nimmt unterschiedliche Kulturen auf, prägt sie und läßt sich zugleich von ihnen prägen. Daraus entstehen verschiedene geistliche Traditionen und Frömmigkeitsformen, aber keine unterschiedlichen nationalen Chr*stentümer. Gerade die deutsche Kirchengeschichte zeigt, wie gefährlich der Gedanke eines besonderen deutschen Weges werden kann. Seit dem 19. Jahrhundert hat ein immer wieder aufflammender antiultramontaner Affekt – also die Tendenz, sich von Rom zu emanzipieren und die Kirche stärker an nationale oder politische Vorstellungen anzupassen – den deutschen Katholizismus nachhaltig geprägt. Wir haben hier eine der geistigen Voraussetzungen dafür, daß sich weite Teile der katholischen Kirche in Deutschland heute weit stärker an den links-grünen Zeitgeist anlehnen als an die universale Lehre der Weltkirche. Mit alle den kruden Forderungen nach einer kirchlichen Homo-„Ehe“, Frühsexualisierung, weiblichen Priestern, Queer-G*ttesdiensten etc.
Natürlich meint Tillschneider mit seinem Begriff ausdrücklich nicht die Irrwege der „Deutschen Chr*sten“ während der NS-Zeit. Dennoch wäre es theologisch präziser, von der chr*stlichen Prägung Deutschlands oder der abendländischen chr*stlichen Tradition zu sprechen als von einem „deutschen Chr*stentum“. Wer die chr*stlichen Wurzeln Deutschlands verteidigen möchte, sollte zugleich den universalen Charakter der Kirche betonen, der sie gerade davor bewahrt, zum religiösen Arm einer Nation oder einer politischen Bewegung zu werden.
Eine Debatte, der die Kirchen nicht ausweichen können
Unabhängig von dieser theologischen Kritik stellt Tillschneiders Interview die Kirchen vor eine unbequeme Frage: Wie konnte es dazu kommen, daß sich nicht wenige praktizierende Chr*sten heute politisch eher von einer Partei vertreten fühlen, die von den Kirchenleitungen bekämpft wird, als von eben jenen Kirchen selbst?
Daß ein AfD-Politiker den Anspruch erhebt, seine Partei vertrete die chr*stlichen Grundüberzeugungen in Fragen des Lebensschutzes, der Familie und der kulturellen Identität konsequenter als die großen Kirchen, wäre noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen. Daß diese Behauptung inzwischen weit über die Parteigrenzen hinaus diskutiert wird, sagt womöglich ebenso viel über den Zustand der Kirchen aus wie über den der deutschen Politik.
Ebenso klar weist er den Versuch zurück, Heidentum und Chr*stentum
gegeneinander auszuspielen: „Ich halte es für falsch, die heidnische
Tradition gegen das Chr*stentum in Stellung zu bringen. Beides hat
uns geprägt ...
PL: Na dann ist er sicherlich bereit dafür, alle von den Chr*sten ermordeten Hexen und Heiden zu rehabilitieren und ihnen ihr von der Kirche geraubtes Eigentum mit Zinsen zurückzuerstatten. Solange dieses Unrecht bestehen bleibt, ist nämlich kein ernsthafter Versöhnungswille der Chr*stenheit zu erkennen.
Der AfD-Vize in Sachsen-Anhalt wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Partei richte sich gegen das Chr*stentum. Er lobt ein „deutsches Chr*stentum“, welches „viel heidnisches Erbe in sich aufgenommen“ habe.
Kreuzritter plündern, rauben und morden im heidnischen Preußen. "Schlagt sie alle tot – G*tt will es!"
So lautete das Motto der Katholiken.
Ausgerechnet eine Partei, die von den Spitzen der katholischen und evangelischen Kirche regelmäßig als Gefahr für die Demokratie dargestellt und von kirchlichen Veranstaltungen ausgeschlossen wird, erhebt nun einen bemerkenswerten Anspruch: Sie sei heute „mit Abstand die chr*stlichste Partei Deutschlands“.
Diese These vertritt der religionspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, der konfessionslose Arabist Dr. Hans-Thomas Tillschneider, in einem ausführlichen Interview mit Lukas Steinwandter auf dem chr*stlichen Nachrichtenportal Corrigenda. Tillschneider begründet seine für manches linke Ohr provokante Aussage ausdrücklich nicht mit der persönlichen Religiosität der Parteimitglieder, sondern mit den politischen Positionen der AfD. In den entscheidenden ethischen Fragen – Lebensschutz, Ehe und Familie, Ablehnung der Gender-Ideologie sowie Bewahrung der chr*stlichen Kultur Deutschlands – vertrete seine Partei heute konsequenter chr*stliche Grundüberzeugungen, als die meisten anderen politischen Kräfte.
Ähnlich hatte sich schon 2024 die katholische Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in einem Interview mit Burkhard Müller-Ullrich (Kontrafunk) geäußert, als sie feststelle, daß die AfD die einzige Partei ist, deren Parteiprogramm noch am ehesten katholischen Grundsätzen entspricht (PP berichtete).
Absage an heidnische Ersatzreligionen
Ebenso deutlich fällt seine Kritik an den beiden großen Kirchen aus. Diese hätten sich, so Tillschneider, zunehmend dem politischen Zeitgeist angepaßt und ihren eigentlichen Auftrag aus den Augen verloren. Statt das Evangelium zu verkünden, beschäftigten sich zahlreiche Kirchenvertreter vor allem mit Migration, Klimapolitik oder anderen tagespolitischen Kampagnen. Dadurch hätten sich viele gläubige Chr*sten von ihren Kirchen entfremdet.
Die eigentliche Trennlinie verlaufe heute nicht zwischen Kirche und AfD, sondern zwischen einem klassischen chr*stlichen Menschenbild und einer zunehmend ideologisierten Kirchenpolitik. Besonders interessant ist ein Abschnitt des Interviews, der mit einem immer wieder gegen die AfD erhobenen Vorwurf aufräumt. Kritiker behaupten seit Jahren, in der Partei gebe es starke neuheidnische Strömungen, die das Chr*stentum zurückdrängen wollten.
Auslöser dieser Debatte war ein Antrag auf dem Landesparteitag der AfD Sachsen-Anhalt, chr*stliche Feiertage zugunsten heidnischer Feste abzuschaffen. Tillschneider macht jedoch unmißverständlich deutlich, daß dieser Antrag innerhalb der Partei praktisch keinerlei Unterstützung fand: „Der Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit nahezu einstimmig zurückgewiesen. Es gab nur ganz vereinzelte Enthaltungen und Dafür-Stimmen. Ich glaube, es war sogar nur eine Stimme dafür. Ich selbst habe mich dagegen ausgesprochen.“ Ebenso klar weist er den Versuch zurück, Heidentum und Chr*stentum gegeneinander auszuspielen: „Ich halte es für falsch, die heidnische Tradition gegen das Chr*stentum in Stellung zu bringen. Beides hat uns geprägt, wobei uns das Chr*stentum historisch nähersteht als das längst vergangene Heidentum. Über das Verhältnis von Heidentum und Chr*stentum ist deshalb versöhnlich zu sprechen.“
Dann ist es sicherlich auch völlig falsch, Indianer und Chr*stentum gegeneinander auszuspielen?
Sollen Indianer und übrige Heiden sich doch endlich damit abfinden und gefälligst die Klappe halten.
Zur Begründung verweist er darauf, daß das Chr*stentum im Laufe seiner Geschichte selbst zahlreiche kulturelle Elemente der vorchr*stlichen Zeit aufgenommen habe: „Das Chr*stentum selbst hat von der Benennung des Osterfestes über den Weihnachtsbaum bis hin zur Terminierung der großen Feste viel heidnisches Erbe in sich aufgenommen. So ist ein deutsches Chr*stentum entstanden, das die Gestalt unseres Weges zu G*tt bildet.“ Zugleich fügt er ausdrücklich hinzu: „Wenn ich von deutschem Chr*stentum spreche, meine ich nicht die ‚deutschen Chr*sten‘ der NS-Zeit und spiele auch nicht darauf an. Das sei nur prophylaktisch gesagt.“
Auf die Nachfrage, warum Teile seines Landesverbandes dennoch das Chr*stentum zurückdrängen wollten, antwortet er ebenso eindeutig:„Es ist kein Teil, sondern eine ganz isolierte, völlig irrelevante Einzelmeinung ohne Unterstützung im Landesverband.“ Damit weist Tillschneider sehr klar die häufig erhobene Behauptung zurück, antichr*stliche oder neuheidnische Positionen spielten innerhalb der AfD eine nennenswerte Rolle.
Deutsches Chr*stentum?
Gerade an dieser Stelle drängt sich allerdings eine kritische Anmerkung auf. So überzeugend Tillschneider den Versuch zurückweist, Heidentum gegen Chr*stentum auszuspielen, so problematisch bleibt aus katholischer Sicht seine Rede von einem „deutschen Chr*stentum“.
Denn das Chr*stentum ist seinem Wesen nach nicht national, sondern katholisch – das heißt universalkirchlich. Es nimmt unterschiedliche Kulturen auf, prägt sie und läßt sich zugleich von ihnen prägen. Daraus entstehen verschiedene geistliche Traditionen und Frömmigkeitsformen, aber keine unterschiedlichen nationalen Chr*stentümer. Gerade die deutsche Kirchengeschichte zeigt, wie gefährlich der Gedanke eines besonderen deutschen Weges werden kann. Seit dem 19. Jahrhundert hat ein immer wieder aufflammender antiultramontaner Affekt – also die Tendenz, sich von Rom zu emanzipieren und die Kirche stärker an nationale oder politische Vorstellungen anzupassen – den deutschen Katholizismus nachhaltig geprägt. Wir haben hier eine der geistigen Voraussetzungen dafür, daß sich weite Teile der katholischen Kirche in Deutschland heute weit stärker an den links-grünen Zeitgeist anlehnen als an die universale Lehre der Weltkirche. Mit alle den kruden Forderungen nach einer kirchlichen Homo-„Ehe“, Frühsexualisierung, weiblichen Priestern, Queer-G*ttesdiensten etc.
Natürlich meint Tillschneider mit seinem Begriff ausdrücklich nicht die Irrwege der „Deutschen Chr*sten“ während der NS-Zeit. Dennoch wäre es theologisch präziser, von der chr*stlichen Prägung Deutschlands oder der abendländischen chr*stlichen Tradition zu sprechen als von einem „deutschen Chr*stentum“. Wer die chr*stlichen Wurzeln Deutschlands verteidigen möchte, sollte zugleich den universalen Charakter der Kirche betonen, der sie gerade davor bewahrt, zum religiösen Arm einer Nation oder einer politischen Bewegung zu werden.
Eine Debatte, der die Kirchen nicht ausweichen können
Unabhängig von dieser theologischen Kritik stellt Tillschneiders Interview die Kirchen vor eine unbequeme Frage: Wie konnte es dazu kommen, daß sich nicht wenige praktizierende Chr*sten heute politisch eher von einer Partei vertreten fühlen, die von den Kirchenleitungen bekämpft wird, als von eben jenen Kirchen selbst?
Daß ein AfD-Politiker den Anspruch erhebt, seine Partei vertrete die chr*stlichen Grundüberzeugungen in Fragen des Lebensschutzes, der Familie und der kulturellen Identität konsequenter als die großen Kirchen, wäre noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen. Daß diese Behauptung inzwischen weit über die Parteigrenzen hinaus diskutiert wird, sagt womöglich ebenso viel über den Zustand der Kirchen aus wie über den der deutschen Politik.
Ebenso klar weist er den Versuch zurück, Heidentum und Chr*stentum
gegeneinander auszuspielen: „Ich halte es für falsch, die heidnische
Tradition gegen das Chr*stentum in Stellung zu bringen. Beides hat
uns geprägt ...
PL: Na dann ist er sicherlich bereit dafür, alle von den Chr*sten ermordeten Hexen und Heiden zu rehabilitieren und ihnen ihr von der Kirche geraubtes Eigentum mit Zinsen zurückzuerstatten. Solange dieses Unrecht bestehen bleibt, ist nämlich kein ernsthafter Versöhnungswille der Chr*stenheit zu erkennen.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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