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Jelling in Dänemark > kein gutes Reiseziel
#1
Gerade eben wurde ich gefragt, ob der Wikingerhelm vom Käpt'n mal ausgeliehen werden kann, weil in der Schule ein Vortrag über Dänemark gehalten werden muß. Das hat mich natürlich interessiert! Der Käpt'n ist ja nicht irgendwer, und seine Helme und Mützen verleiht man nicht. Aber in diesem Fall gab es eine Ausnahme, denn das Thema war Gorm der Alte, der seiner Zeit (vor 900 n.d.Z. bis ca. 958 n.d.Z.) in Jelling residierte und als erster König Dänemarks angesehen wird!

In Jelling ließ der noch heidnische König Gorm der Alte das größte Hügelgrab Dänemarks errichten. Seiner Frau Thyra widmete er einen Stein, den Thyrastein. 

   
Gorm der Alte bekommt Nachricht vom Tod seines Sohnes Knut (August Carl Vilhelm Thomsen, 19. Jahrhundert)


Kurz zur Geschichte:
Harald Blauzahn ist der Sohn von Gorm dem Alten. Er war der Thronfolger, ließ sich aber 960 n.d.Z. taufen und wurde zu einem Missionar und somit zu einem Verräter, als er im Alter von 40 Jahren König wurde. Wie es sich für solche widerlichen Charaktere ziemt, gab er einen gewaltigen Runenstein in Auftrag, den Haraldstein, der auch als Taufstein Dänemarks bezeichnet wird.

   
Runenstein von Harald Blauzahn in Jelling
Die Inschrift bedeutet: König Harald befahl, diesen Stein zu errichten zum Gedenken an Gorm, seinen Vater, und an Thyra, seine Mutter. Der Harald, dem sich ganz Dänemark und Norwegen unterwarf und der die Dänen zu Chr*sten machte.


Anmerkung: In erster Linie inszeniert sich Blauzahn hier selbst. Er zeigt, wessen Geistes Kind er ist. Das Gedenken an seine Eltern ist an Heuchelei kaum zu überbieten.


Zudem ließ er die erste Holzkirche bauen. Als wäre das nicht schlimm genug, bettete er seine Eltern in diese Kirche um. So wurde Jelling zur Hauptresidenz des sich in Dänemark ausbreitenden Chr*stentums, denen viele Greueltaten folgen sollten.

Als ich diesen Ort damals besuchte, bekam ich noch am selben Tag eine Warnung von einem Freund! Es war also Vorsicht geboten.

Südlich von Roskilde, was nach dem Tod des Verräters Blauzahn ca. 985 n.d.Z. zur Hauptresidenz wurde, hatten wir unser Nachtquartier aufgeschlagen. Das war schon unheimlich, denn am Abend waren wir auf dem Dreiseitenhof völlig allein. Keine Menschenseele verweilte dort, und man konnte diese düstere Schwingung nicht ignorieren. Gut, daß wir uns einen geschützten Bereich errichten konnten. Es war wirklich wie in einem schlechten Film.

Am kommenden Tag waren wir in einem naheliegenden Ort in einem Restaurant essen.
Als wir am darauffolgenden Tag wieder dort einkehrten, wurde gerade ein lebloser Mann reanimiert, der auf genau dem Parkplatz lag, wo ich mein Auto am Vortag abstellte.
Ein eindeutiger Hinweis für mich, daß ich hier nicht gern gesehen bin, um es mal nett zu formulieren. Den Kurzurlaub brachen wir vorzeitig ab!

Um so besser, daß der Sohn Blauzahns, Sven Gabelbart, wieder mit der heidnischen Tradition einherging. 965 n. d. Z. als Sohn Chr*stlicher Eltern geborenen, war er der dritte Sohn Blauzahns und Anführer einer heidnischen Offensive gegen das sich ausbreitende Chr*stentum.
Sven sollte die Oberhand behalten im Kampf gegen seinen verräterischen Vater. Man sagt heute, daß eine Seeschlacht bei der Insel Bornholm ausschlaggebend für Svens Triumph gewesen sein soll. Dort wurde Blauzahn verwundet, konnte aber wohl fliehen. 985 n.d.Z. verstarb der Verräter Blauzahn.

   
Sven Gabelbart, Detail einer Miniatur aus dem 13. Jahrhundert


Sein Leichnam wurde in Dänemark bestattet.
Sven Gabelbart war nun König. Er errichtete eine Vielzahl der bekannten Wikingerburgen in ganz Dänemark. Einen wohl absichtlichen Fauxpass beging man damit, daß man Blauzahn und Sven Gabelbart später zusammen in Roskilde begrub.

Im gegenüberliegenden Museum in Jelling wird, wie üblich in diesen Zeiten, zumeist Blauzahn hofiert.

Fazit: Ein Besuch in Jelling ist aus meiner persönlichen Sicht nicht empfehlenswert.

Anmerkung:
Der Helm wurde verliehen mit dem Hinweis auf Klarstellung, daß Harald Blauzahn ein Verräter ist!



   
Auf dem Bild sieht man die beiden Grabhügel und die nachträglich von Blauzahn dazwischen errichtete Kirche. Linker Hand ist das Museum.
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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