Hirschsteine
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Hirschsteine Burjatiens: Krieger, die im Stein erstarrt sind

       

In den Steppen Burjatiens und Transbaikaliens finden sich uralte steinerne Stelen, bedeckt mit Darstellungen von Hirschen, Waffen, Gürteln und Sonnensymbolen. Man nennt sie Hirschsteine. Diese Denkmäler entstanden am Ende der Bronze- und zu Beginn der Eisenzeit, vor über dreitausend Jahren.

Der Name hängt mit der Hauptdarstellung zusammen – langgestreckten Figuren von Hirschen mit riesigen, verzweigten Geweihen und schnabelartigen Schnauzen. Die Tiere sind nicht stehend auf der Erde dargestellt, sondern als würden sie nach oben fliegen. Akademiemitglied Alexei Okladnikow verband dieses Bild mit der Sonne und der alten Vorstellung vom Hirschen am Himmel.

   

Die Stele selbst zeigte oft einen Menschen. Im oberen Teil meißelte man Ohrringe oder Sonnenkreise ein, darunter ein Halsband, und im unteren Teil einen Kampfgürtel mit Dolch, Axt, Bogen und anderen Gegenständen. So entstand ein konventionelles steinernes Bild eines Kriegers, obwohl ein Gesicht darauf gewöhnlich fehlt.

Das bekannteste Denkmal dieses Typs in der Region ist der Ivolginski-Hirschstein. Er wurde im 19. Jahrhundert unweit des heutigen Ulan-Ude entdeckt. Auf der Granitoberfläche sind fliegende Hirsche, Kreise und Gegenstände der Kriegsausrüstung erhalten geblieben. Heute befindet sich die Stele am Eingang des Irkutsker Gebietsmuseums für Heimatkunde.

       

Ein anderer bekannter Stein stand bei der Gräberstätte Sannyi Mys am Fluss Uda. Er wurde bereits 1855 entdeckt, doch später spülte eine Überschwemmung die Stele weg. Von ihr sind Beschreibungen und Zeichnungen von Forschern erhalten geblieben – einer der ersten Fälle wissenschaftlicher Untersuchung der Hirschsteine Transbaikaliens.

Solche Stelen fand man gewöhnlich in der Nähe alter Bestattungen und ritueller Komplexe. Sie konnten zum Gedenken an hochrangige Krieger errichtet oder bei Begräbnisritualen verwendet werden. Dem Hirsch schrieb man die Fähigkeit zu, den Menschen in die andere Welt zu begleiten, weshalb die fliegenden Tiere auf dem Stein als Wegführer zwischen Erde und Anderswelt wahrgenommen wurden.

Es gibt auch eine schöne Deutung, wonach die Stele als „himmlischer Anbindepfosten“ diente: An sie band man symbolisch die Sonnenhirsche, die bereit waren, die Seele des Kriegers mitzunehmen. Genau deshalb stellte man die Steine senkrecht auf, und richtete die Tierfiguren nach oben.

   

Die Hirschsteine bewahrten nicht die Namen von Herrschern und die Daten von Schlachten, sondern die Vorstellung der alten Steppenvölker vom Menschen, vom Krieger, von der Sonne und vom Weg in eine andere Welt. Selbst nach drei Jahrtausenden bleiben ihre Darstellungen ohne Inschriften verständlich: Der Gürtel spricht vom irdischen Leben, die Waffen vom Status, und die fliegenden Hirsche lenken den Blick in die andere Welt.

Koordinaten:

https://yandex.com/maps/org/gora_oleney/226365432775/?ll=107.460939%2C51.727009&utm_source=share&z=11
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#2
               
Ein schwacher Verstand ist wie ein Mikroskop, das Kleinigkeiten vergrößert und große Dinge nicht erfaßt.
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