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Ethischer Vegetarismus - oder doch Veganismus?
#1
Hallo liebe Forumsmitglieder Lächeln
Es gibt eine Ernährungsfrage, die mich schon länger beschäftigt und zwar Folgendes:
Ich ernähre mich schon eine ganze Zeit lang vegetarisch. Aussschlaggebend ist für mich die ethische Komponente, die gesundheitliche Seite ist für mich eher nebensächlich. Tiere existieren nicht um vom Menschen gegessen zu werden und der Mensch hat nicht das Recht, Lebewesen zu essen oder gar so auszubeuten, wie es heute gemacht wird, nur um sich "Nahrung" zu beschaffen.

Eben diese Ausbeutung könnte man auch der Milch- und Eigewinnung unterstellen, für die Rinder und Hühner im Allgemeine auch (ihrer eigenen Natur fern) gehalten oder gezüchtet werden.
Schließlich muss eine Kuh erst kalben, bevor sie Milch gibt (die ja eigentlich auch als Nahrung für das Kälbchen gedacht ist). Ähnlich verhält es sich mit den Eiern, die eigentlich auch Hühnerembryos sind. Auf der anderen Seite könnte man sich aber auch fragen, ob es wirklich verwerflich ist, wenn ein man frei liegende Hühnereier aufsammeln und verzehren würde - in gewisser Weise könnte das doch Ähnlichkeit mit dem Pflücken von Früchten haben....

Meine Frage ist also, ob der ethisch motivierte Vegetarismus überhaupt ethisch ist, oder ob man mit dieser Einstellung konsequent vegan leben sollte.

Lieben Gruß Lächeln
Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt. H. v. Kleist
bonum bono - Dem Guten das Gute
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#2
ElbElfe schrieb:Hallo liebe Forumsmitglieder  Lächeln
Es gibt eine Ernährungsfrage, die mich schon länger beschäftigt und zwar Folgendes:
Ich ernähre mich schon eine ganze Zeit lang vegetarisch. Aussschlaggebend ist für mich die ethische Komponente, die gesundheitliche Seite ist für mich eher nebensächlich. Tiere existieren nicht um vom Menschen gegessen zu werden und der Mensch hat nicht das Recht, Lebewesen zu essen oder gar so auszubeuten, wie es heute gemacht wird, nur um sich "Nahrung" zu beschaffen.

Da stimme ich Dir zu!


Zitat:Schließlich muss eine Kuh erst kalben, bevor sie Milch gibt (die ja eigentlich auch  als Nahrung für das Kälbchen gedacht ist).

Dieser Fakt und die meine allgemeine Unverträglichkeit von Milch, hat mich auch zum Nachdenken angeregt, so daß ich auf Sojamilch umgestiegen bin.


Zitat:Ähnlich verhält es sich mit den Eiern, die eigentlich auch Hühnerembryos sind. Auf der anderen Seite könnte man sich aber auch fragen, ob es wirklich verwerflich ist, wenn ein man frei liegende Hühnereier aufsammeln und verzehren würde - in gewisser Weise könnte das doch Ähnlichkeit mit dem Pflücken von Früchten haben....

Ja, die Hühnereier, das ist so ein Kompromiß.
Zum Kuchenbacken sind ja auch Eier notwendig, so verwenden wir Eier von glücklichen Hühnern.
Da gebe ich Dir schon recht, wenn man die Legebatterien sieht, wird einem Übel.

Ansonsten sehe ich das Eieressen als Mittelweg, um bei der Verwandschaft nicht in "Ungande" zufallen,
weil man Omas Kuchen nicht mehr ißt.
Die haben so schon genug damit zu tun, daß man kein Allesschlucker ist.

Lebe für Deine Ideale!
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#3
eigentlich spricht alles für den veganismus, zumindest aus ethischer sicht betrachtet.
ich finde es aber nicht wirklich verwerflich, wenn nachbars (glückliche) hühner (von denen keines je im topf landen würde), mal ein ei springen lassen.

die milchindustrie plagt mein ethisches empfinden da schon eher. ich kenne keinen milchbauern, der die "ausschussware" kalb (männlich), nicht zum schlachten verkauft oder die milchkühe, nach erbringen der höchsten leistungen zum abdecker schaffen lässt.

wenn jemand von guten, in dem punkt verlässlichen quellen weiß, bitte ich um informationen.
anderenfalls steht das vegane leben für mich (der aus ethischen gründen auf tierleid verzichten will) in zukunft sehr wohl zur debatte.
ich verzichte auch auf wolle, leder oder seide. honig hingegen bekommt man recht problemlos aus vernünftigen quellen.

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#4

Unethisch ist ja nicht der Verzehr von Eiern, Milch, nicht einmal Fleisch. Unethisch ist die selbstgerechte gnadenlose Ausbeutung. Insofern kann die Nutzung von Wolle, Seide, Leder genauso unethisch sein.
Wenn man nun von Wolle auf Baumwolle umsteigt, produziert man jedoch z.B. auch Monokulturen, (die es natürlich ohnehin gibt), was ist daran dann ethisch? Und Schuhe aus Baumwolle? Da bleibt z.B. nur Kunstleder. Wäre also der Ausweg, alles künstlich herzustellen? Auch die Nahrung? Wäre es eine Lösung, wenn es künstliche Nahrungsmittel gäbe, dann ganz auf natürliche Nahrung zu verzichten, Pflanzen sind ja schließlich auch Lebewesen?

Ich meine, es geht darum, dass alles zusammen gehört, alles voneinander abhängt und alles miteinander lebt und existiert, und man daher alles mit Respekt behandeln muß. Es geht um den Respekt und die Achtung, nicht nur Lebewesen gegenüber, sondern sogar dem Boden, der Luft, dem Wasser, den Steinen gegenüber. Mit all dem zusammenleben heißt auch, all dies durchaus zu nutzen, aber eben nicht auszubeuten. Die Lösung sehe ich jedenfalls nicht darin, sich von der Welt abzuwenden und alles als unberührbar zu betrachten. Das hieße ja letztlich, in einen unterirdischen Bunker zu ziehen, alles künstlich herzustellen, vom Licht über die Bekleidung bis zur Nahrung, alles aus Erdöl oder so, und die Welt oben Natur sein zu lassen, vom Menschen ungestört.

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#5
Also den Verzehr von Fleisch empfinde ich als Aushaengeschild der Unethik ueberhaupt. Auch alle anderen Produkte, die aus Mord oder Misshandlung gewonnen werden! Ich denke fuer mich, dass das ein guter Masstab ist. Produkte, die aus Mord oder Misshandlung gewonnen werden, solche Produkte lehne ich ab. (Das als Beantwortung der Eingangsthematik von Elbelfe.)

Baumwolle wird nicht misshandelt und wenn es wegen der Ueberbevoelkerung zu Monokulturen kommt, dann ist das nicht meine Schuld (und kann von mir auch nicht veraendert werden). Die Sache ist doch die, dass die eine "Produktionsmethode" bereits in jedem einzelnen Fall unethisch, unmenschlich und verwerflich ist, waehrend Agrarwirtschaft und Landbestellung erst dann bedenklich werden, wenn sie wegen der Masse zu raumeinnehmend werden (Stichwort: Monokultur). Aber wer sagt denn hier zum Beispiel, dass man immer nur Baumwolle nehmen muesste? Es gibt viele andere Pflanzenfasern, die das hergeben. Hanf waere zum Beispiel eine, aber auch Flachs/Lein u. v. a. Wenn man das anbautechnisch entsprechend kombiniert, dann gibt es auch keine Monokultur.
EigenSinnige Frauen
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#6
richtig alexis.

das pflanzen lebewesen sind, ist klar. ebenso klar sollte aber sein, das sie kein zentrales nervensystem haben und sich nicht im schrecklichen todeskampf gegen das gegessen werden bzw getötet werden wehren.
tierausbeutung hat afaik eine andere qualität,
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#7
Die Kunst ist es einen Weg zu finden, der die ethischen Gesichtspunkte berücksichtigt, aber auch die spirituellen Aspekte mit einschließt. Das heißt für mich, in seinem Umfeld durch die natürliche Lebensweise nicht sonderlich aufzufallen.
Letztlich läßt sich das Übel dieser Welt und inbesondere das der Naturausbeutung und -quälerei auf die Überbevölkerung des Planeten zurückführen.
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#8
Danke für die interessanten Meinungen und Beiträge Lächeln

Ich sehe es -ähnlich wie Saxorior- auch am ehesten als Mittelweg, Eier von "glücklichen" Hühnern zu essen (gelegentlich und in Maßen). Die Milchfrage und -produktion ist auch in meinen Augen grenzwertiger und weniger ethisch vertretbar als die Eigewinnung, da stimme ich Lela absolut zu. Zudem ist Milch für viele Menschen tatsächlich schlecht verträglich.

Zitat: Die Kunst ist es einen Weg zu finden, der die ethischen Gesichtspunkte berücksichtigt, aber auch die spirituellen Aspekte mit einschließt. Das heißt für mich, in seinem Umfeld durch die natürliche Lebensweise nicht sonderlich aufzufallen.

Dem stimme ich absolut zu, Hælvard! Ich halte es auch nicht für angebracht, in der Öffentlichkeit diese Lebensweise großartig auszubreiten oder gar missionieren zu wollen. Hier wäre es wirklich ein Kompromiss, gelegentlich Eier zu essen, wie z.B. im Kuchen auf Feierlichkeiten usw. Ansonsten fällt man ziemlich sicher auf und provoziert (sinnlose) Debatten und Streitgespräche Augenrollen
Eine ähnliche Möglichkeit, die hier in Frage käme wäre es, sich im Privaten vegan zu ernähren und in der Öffentlichkeit vegetarisch.

Lieben Gruß Lächeln

Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt. H. v. Kleist
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#9
Ich hatte niemals Probleme meine Nahrungsgewohnheiten öffentlich zu leben.
Wenn mal gefragt wurde, wieso ich etwas nicht zu mir nehme, sagte ich nur, ich ernähre mich anders. Auf Diskussionen und Missionieren darf man sich gar nicht einlassen. Kein großes Brimborium, dann fällt es sowieso niemandem auf.
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#10
Hallo ElbElfe,

ich denke auch, daß es im Leben immer darum geht das richtige Maß zu finden. Ich bin der Meinung, daß man sein Leben so idealisiert wie möglich leben sollte. Denn nur unsere Ideale und Wertmaßstäbe lassen uns doch den Anspruch des Menschseins gerecht werden.
Dazu gehört eben auch eine bewußte Ernährung, die von ethischen und gesundheitlichen Gründen geprägt ist.
Jedoch gibt es für mich auch ein anderes Ziel im Leben: Ich möchte auch den Anspruch darauf erheben unbeschwert und glücklich mein Leben zu gestalten. In dieser Welt ist das gar nicht so einfach, denn dem normalen Menschen werden da viele Stolpersteine in den Weg gelegt. Nichts desto trotz lebe ich hier in dieser Gesellschaft und muß mit dieser zurechtkommen.
Und hier heißt es eben den richtigen Grad zu finden, um sich selbst treu zu bleiben und doch nicht als Sonderling abgestellt zu werden. Man fällt als Mensch heute schon auf, wenn man nur probiert bewußt sein Leben, ohne Einflüsse von Drogen und Rauschmitteln, zu leben. Traurig - aber leider wahr. Und schon hier probiert das minderwertige Gegenüber ständig zu beweisen wie man doch mit allem im Irrtum liegt. Deswegen muß man für sich einige Kompromisse eingehen. Denn, wenn man es ganz genau sieht, dann dürfte man keine Lederschuhe mehr tragen, keinen Kuchen außerhalb der eigenen Küche essen und schon gar nicht ins Restaurant essen gehen. Denn auch hier wüßte man nicht in welcher Pfanne was gebraten wurde etc. Was wäre aber die Folge dessen - völlige Isolation. Und das macht das Leben nicht einfacher. Da ich nun mal in dieser Gesellschaft lebe, muß ich auch versuchen mich an bestimmte Regeln zu halten. Denn diese können einen in vielen Situationen auch behilflich sein. Ein gutes Arbeitsklima kann für eine bessere Position/ Arbeitsstelle nützlich sein, die Pflege der Familie führt zu finanzieller Unterstützung etc. Was ist also klüger? Den Weg des Märtyrers oder den des bewußt lenkenden Menschen, der probiert unauffällig und auf seinen Vorteil bedacht sein Leben zu gestalten?
Daher probiere ich immer das Leben der anderen einfach zu respektieren und vor allem niemanden zu missionieren. Denn das ist der größte Fehler den man machen kann, da mein Gegenüber das sofort als Kampfsignal empfängt und sich dementsprechend mir gegenüber auch verhalten wird.
Und mal ganz ehrlich. Wie trist wäre das Leben, wenn man nicht mal mehr ein Eis essen gehen könnte, im Restaurant eine Pizza essen oder mit Oma den selbst gebackenen Kuchen genießen könnte. Das sind sicherlich auch sehr viele logische Begründungen, aber eben gerade diese Sachen bedeuten für mich persönlich eine höhere Lebensqualität.
Wie gesagt es entscheidet immer das Maß und der Hintergrund wer die Fäden zieht. Wenn ich mein Leben mit den Hintergrund des Erfolges gestalte, ist ein Kompromiß völlig in Ordnung. Wenn ich alle Dinge jedoch nur für andere mache, um ihnen zu gefallen, dann ist die Situation eine völlig andere. Man muß dabei einfach lernen der sogenannte „Macher“ zu sein, dann ist alles in Ordnung. Wenn man aber anfängt sich nur für andere zu verbiegen, verliert man sich irgendwann selber. Denn dann wird man selbst zum Püppchen.

Liebe Grüße
Inara

Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab.
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