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Aktuelle Ausgrabungen und Thesen
#2
Interessant, über den Artikel bin ich gestern auch gestolpert. Er ist von 2005.

https://www.welt.de/print-welt/article675902/Archaeologen-entdecken-die-aelteste-Zivilisation-Europas.html

Im Herzen des Kontinents haben Archäologen bei Ausgrabungen riesiger prähistorischer Kultstätten die älteste Zivilisation Europas entdeckt. Die Forschungsergebnisse deutscher und ausländischer Archäologen zeigen, daß sich Kulturen, die in der Lage waren, monumentale Anlagen zu errichten, in Europa zur selben Zeit oder sogar früher als im alten Ägypten oder Mesopotamien entwickelten.

Die Ausgrabungen förderten eine Reihe von gigantischen Kultstätten zum Beispiel in Dresden, Eythra und Kyhna bei Leipzig zutage, die etwa 7000 Jahre alt sind. Sie sind damit gut zwei Jahrtausende älter als Stonehenge oder die ägyptischen Pyramiden, und bestanden jeweils aus bis zu 800 Kilometer langen Schutzwällen und Palisaden. Die Planung der Kreisanlagen war perfekt, oft liegen die Ausgänge genau 90 Grad voneinander entfernt.

Archäologen vermuten nun, daß buchstäblich Hunderte dieser sehr frühen Kultstätten - von denen jede etwa einen Durchmesser von 150 Metern hat - zwischen 4800 und 4600 v. d. Z.. auf dem 1000 Kilometer umfassenden Gebiet zwischen dem heutigen Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Bayern und Ostdeutschland erbaut worden sind.

Die komplexeste dieser Anlagen, die bisher ausgegraben worden sind - sie befand sich innerhalb des heutigen Stadtgebiets von Dresden - bestand aus einem Heiligtum, das von zwei Palisaden, drei Erdwällen und vier Gräben umgeben war. Diese monumentale prähistorische Kultstätte - und die anderen bislang in Zentraleuropa entdeckten 150 Anlagen - sind etwa 300 Jahre früher entstanden als die frühesten prähistorischen Bauten im Nahen Osten: die großen Plattform-Kultstätten der mesopotamischen Ubaiden-Kultur, die um etwa 4500 v. d. Z. entstanden waren.


Eine Dorf- und gewaltige Kultstättenanlage - in Eythra nahe Leipzig - umfaßt 25 Hektar. 200 Langhäuser wurden hier entdeckt, und die Bevölkerung betrug etwa 300 Menschen, die in einer gutorganisierten Siedlung lebten mit 15 bis 20 Gemeinschaftsgebäuden. Aber wem diese Steinzeitmenschen in ihren riesigen Kultstätten huldigten, bleibt vorerst ein Rätsel der Archäologie. Ebenso die Frage, warum diese ausgedehnten Heiligtümer verlassen wurden. Im Moment gibt es noch nicht einmal einen Namen für das unbekannte Kulturvolk, das europaweit wirkte.
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Es bedanken sich: Paganlord , Violetta , THT , Naza , Andrea , Anuscha , Erato , Slaskia , Fulvia


Nachrichten in diesem Thema
[Kein Betreff] - von Nuculeuz - 13.06.12005, 14:00
RE: Aktuelle Ausgrabungen und Thesen - von verdandi - 21.04.12020, 21:47

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