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Godi und Gedi
#1
Schon seit längerem überlege ich brauchbare germanische Begriffe für den Paten (Patenonkel) bzw. für die Patin (Patentante). Die Begriffe Pate, Gevatter oder Gevatterin würden von der reinen Etymologie her sicherlich auch passen, sind mir heutzutage jedoch zu chr**tlich unterlegt. Godi als Patentante finde ich bisher am besten, der passende männliche Begriff hierzu wäre dann wohl Göt oder Gedi.

Die fränkischen Begriffe Tod und Toda für Patenonkel und Patentante finde ich aufgrund ihrer Assoziation mit "dem Tod" als unbrauchbar. Diese Assoziation wird von Zuhörern in jedem Fall hergestellt und ist kein gutes Gruppendenken für eine entsprechende Zeremonie.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#2
Zitat:Godi als Patentante finde ich bisher am besten, der passende männliche Begriff hierzu wäre dann wohl Göt oder Gedi.

Hier kennt man die Godi auch, allerdings wird das hier oft eher wie "Gotti" (männlich Götti) ausgesprochen.
Das Glück ist mit den mutigen.
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#3
Uiii, das habe ich ja schon lange nicht mehr gehört... Da wo ich geboren bin, sagte man früher zur Patin "Godi" und zum Paten "Pätter". Durch die hochdeutsche Amtssprache verschwanden die zunächst schriftlich, blieben aber in der mündlichen Überlieferung erst mal erhalten. Heutzutage jedoch findet man diese Begriffe immer seltener und dann eher im dörflichen Umfeld.

Soweit ich mich erinnern kann, ist das, was wir heute Patenschaft (auch die älteren Begriffe) nennen allerdings erst mit der Chr*stianisierung und dem Auseinanderfallen der ursprünglichen Familienstrukturen entstanden. Ein junges Paar hat quasi anstatt des Familienschutzes und der entsprechenden Unterstützung in Notlagen, die Unterstützung des/der Paten erhalten, die sich ja mit der Annahme der Patenschaft dazu verpflichtet haben. Etymologisch ist das Wort Pate nicht älter als das Chr*stentum, das dann die Patenschaft später auch gleich auf Neugeborene übertragen hat (höhere Effizienz).
Der Bogen entfaltet seine Macht durch deine Energie - Der Pfeil wird davon fliegen auf ein entferntes Ziel - Aber dein Leben wird immer bei dir sein - Gedenke der Alten Werte - Ehre die Ahnen, die dir den Bogen in die Hand gelegt haben
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#4
Zitat:Ein junges Paar hat quasi anstatt des Familienschutzes und der entsprechenden Unterstützung in Notlagen, die Unterstützung des/der Paten erhalten, die sich ja mit der Annahme der Patenschaft dazu verpflichtet haben.

Ich finde, das eine schließt das andere ja nicht aus. Denn oft kommen Godi und Gedi aus der Familie. Wenn es auch entferntere Verwandschaft ist, aber eben trotzdem Familie.
Außerdem denke ich, hat die Religion wieder einmal nur eine Sache kopiert.

Die Erinnerung und die Verwendung der richtigen Begriffe, in deren Klang schon die richtige Information mitschwingt, empfinde ich als wichtig, denn man muß meinen, was man sagt, klare "Befehle" eben.

Godi, für Patentante habe ich auch schon oft gehört. Gedi fehlte da noch.
Lebe für Deine Ideale!
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#5
Ich dachte auch, die Patenschaft wäre etwas rein chr*stliches?? Weiß da jemand näheres für mich, ob und in welcher Form es das ggfls. auch schon vor dem Chr*stentum gegeben hat? Danke!
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Erfolg realisiert sich in Sprüngen! (Jörg Löhr)
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#6
(23.08.12013, 11:55)Cleopatra schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-Godi-und-Gedi?pid=45674#pid45674Ich dachte auch, die Patenschaft wäre etwas rein chr*stliches?? Weiß da jemand näheres für mich, ob und in welcher Form es das ggfls. auch schon vor dem Chr*stentum gegeben hat? Danke!

Eine Patenschaft ist nichts anderes, als Verantwortung für jemanden zu übernehmen, der Fürsorge benötigt. In welchem Umfang diese Fürsorge betrieben wird, bedarf der vorherigen Vereinbarung.
Warum soll es das erst seit 2000 Jahren geben?
Das Ziel vor Augen!
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#7
(26.08.12013, 14:23)Ajax schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-Godi-und-Gedi?pid=45687#pid45687Eine Patenschaft ist nichts anderes, als Verantwortung für jemanden zu übernehmen, der Fürsorge benötigt.

Kenne ich aus dem Chr*stlichen Kontext anders. Da ist es vorrangig die Aufgabe der Paten, die Eltern bei der religiösen Erziehung des Kindes zu unterstützen (aka sicherzustellen, daß die Gehirnwäsche auch wirklich umfassend stattfindet :-D). Warum sollte es das vor dem Chr*stentum gegeben haben?! ;-)


(26.08.12013, 14:23)Ajax schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-Godi-und-Gedi?pid=45687#pid45687In welchem Umfang diese Fürsorge betrieben wird, bedarf der vorherigen Vereinbarung.
Warum soll es das erst seit 2000 Jahren geben?

Die Fürsorge im Chr*stlichen Kontext bezieht sich auf den Fall, daß den Eltern was passiert, ist also nur ein Szenario für den schlimmsten Fall, daß beide Eltern versterben, bevor das Kind auf eigenen Füßen steht. Und damit eher so eine Art "Nebenaufgabe". Zumindest habe ich es so gelernt, und auf dieser Basis entstand meine Frage :-)

Sagt(e) man denn außerhalb des religiösen Kontexts auch "Pate/Patin"? Ich hielt dieses Wort schon für ein Chr*stliches, aber wissen tu ich es nicht...

Liebe Grüße,
Cleo
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#8
Paten und Verwandte waren in früherer Zeit ganz allgemein an der Kindererziehung beteiligt. Eine Patenschaft gibt es aber nicht nur in Bezug auf Elternersatz bei Kindern, sondern auch als Waffenpatenschaft. Beispielsweise kümmerten sich bestimmte Dorfbewohner um Versorgung, Infrastruktur und andere Dinge im Dorf und die, die dafür nicht zu gebrauchen waren, waren die "Raufbolde", die die Schutzpatenschaft übernahmen. Man kann es auch Arbeitsteilung nennen, jedoch ist es nicht erst eine Erfindung des "barmherzigen Chr**tentums", daß Kinder anderswo als bei den leiblichen Eltern aufwachsen mußten.
Was man will – nicht was man wünscht – empfängt man.

Cosima Wagner
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#9
Das ist schon richtig, jedoch ist das Wort "Pate" chr*stlichen Ursprungs. Und auch Godi und z.B. Pätter sind lediglich dialektische Ausdrücke für Patin bzw. Pate.

Arbeitsteilung in der Gemeinschaft ja, aber nicht im Sinne einer Patenschaft. Es hat einfach funktioniert in einer intakten Geminschaft, es gab auch kein besonderes Wort dafür, mußte es auch nicht. Dafür hat dann erst das Chr*stentum gesorgt indem es alte Strukturen nachgeahmt und in seinem Sinn umformuliert hat.

Meiner Meinung nach ahmt man mit einer - wie auch immer gearteten "Patenschaft" - das Chr*stentum nach. Die Macher sind ja nicht blöd, für die, die das Chr*stentum eben ablehnen, wird auf die Art Ersatz geschaffen. Man läßt diese "Abtrünnigen" vorerst an der langen Leine, hat sie aber bereits schon an ebendieser (magisch gesehen und nicht auf eine einzelne Inkarnation begrenzt).
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#10
Zitat:Das ist schon richtig, jedoch ist das Wort "Pate" chr*stlichen Ursprungs.

Kannst du das (etymologisch) belegen? Oder entspringt diese Aussage nur deiner persönlichen Erfahrung/Erlebnis mit diesen Worten und dieser Religion? Eventuell kann man der Sache (Wörter und dem dahintersteckenden Brauch) auf diese Weise mal auf den Grund gehen.


Zitat:Und auch Godi und z.B. Pätter sind lediglich dialektische Ausdrücke für Patin bzw. Pate.

Du meinst hier sicherlich "mundartliche" Ausdrücke und keine "dialektischen" Zusammenhänge?
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