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Saatgut
#1
Eine Europäische Kommission will gentechnische Verunreinigungen zwischen 0,3% und 0,7% im konventionellen und Bio-Saatgut ohne Kennzeichnung zulassen. Da Saatgut sich vermehrt, macht "das bißchen Gentechnik" einen großen Unterschied.
Kauft bitte bei Euerm Gärtner des Vetrauens Euer Saatgut. Am Besten ist natürlich die Verwendung von eigenen Saatgut.
Dieses Jahr probiere ich Saatgut aus kontrolliert biologischen Anbau aus. Gekauft habe ich mein Saatgut bei dem kleinen Bio-Saatgut Ulla Grall. (http://www.bio-saatgut.de) Ab Bestellung 3 Wochen Wartezeit und mein Saatgut kam unbeschadet an. Ich werde über den Erfolg (Geschmack) berichten.
Lebe für Deine Ideale!
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#2
In der heutigen Zeit sind viele alte Gemüsesorten und -arten verschwunden. Man behauptet sie wären krankheitsanfälliger und würden geschmacklich hinter den neueren Sorten zurückbleiben. Das ist natürlich Unfug, weil die Krankheiten ja aus dem Grund gemacht werden, damit das alte und bewährte nicht überleben kann bzw. damit sich die Gärtner automatisch davon abwenden. Neuerdings ist aber ein erfreulicher Werdegang zu beobachten.

Viele Hobbygärtner betrachten ihren Gemüsegarten mehr und mehr auch als Möglichkeit, diese fast vergessenen alten Sorten neu zu entdecken. So können auch heute noch eine Rote Bete mit dem Namen "Ägyptische Plattrunde" oder "Rouge Crapaudine" - was soviel wie rotes Krötchen heißt- mit ihrem feinen Geschmack überzeugen. Eine Tomate Tigerella verblüfft zum Beispiel mit ihren getigerten Früchten und der Hirschhornwegerich erlebt seine Rennaissance als italienische Salatspezialität. Dabei hilft er auch gegen Erkältung und Husten.

An Steckrüben hatten viele keine gute Erinnerung. Heute wird dieses vielfach immer noch zu Unrecht als Armeleutekost angesehene Gemüse von zahlreichen Spitzenköchen als Gourmet-Spezialität gereicht. Der riesen Winterspinat und der Poree Sankt Viktor stehen als Vitaminspritze auch noch im kalten Winter frisch im Garten bereit, wenn anderes Gemüse längst im Tiefkühlfach den Winter überdauert.

Wer auf diese Art und Weise die Artenvielfalt im Garten erhält und so auch hilft, ein Stück Kulturgeschichte zu bewahren, wird dafür mit manchem unerwarteten Genuß belohnt.
Sei!
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Es bedanken sich: Sirona
#3
Hallo Violetta,

stehender Beifall!

Grüße Saxorior Augenrollen
Lebe für Deine Ideale!
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#4
Hallo!

Zum Thema alte Sorten habe ich noch einen Tipp parat:

In Oesterreich gibt es in Niederoesterreich (das ist das Bundesland, das um Wien herum ist Blinzeln ) den Verein Arche Noah (ja ich weiss, der Name erinnert an was), der sich darauf spezialisiert hat, alte Sorten wiederzubeleben. Dort kann man auch Saatgut alter Sorten bekommen. Allerdings weiss ich die Preise dafuer nicht. Aber hier ist mal ein Link dorthin:

http://www.arche-noah.at/

Gruesse vom

Ritter
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"Sie wollen die Wahrheit? Sie können die Wahrheit doch gar nicht vertragen!" Jack Nicholson in Eine Frage der Ehre
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#5
>Arche Noah

Der Name dünkt originell, wenn man ursprüngliches Saatgut verkaufen will. Aber er dünkt nur dem Uninformierten originell. Denn Arche Noah war wohl eher ein Genlabor, als eine humanitäre Einrichtung.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#6
Begriffserklärungen

F1-Hybride:

Hybride ist griechisch und bedeutet "aus einer Kreuzung hervorgegangenes Lebewesen". Man kreuzt eine männliche und weibliche Pflanze. Der Ausgang dieser Kreuzung, in Hinsicht auf Ertragserfolg, ist ungewiß. Gelingt eine Kreuzung so wird diese als F1 (erste Generation) verkauft.
Nun das Wichtige: Es ist sinnlos Samen von diesen Pflanzen zu nehmen. Die nächste Generation spaltet sich wieder auf und ist von minderer Qualität.


Züchtung:

Man sät 100 Samen aus. Nur von den größten und besten Pflanzen mit den schönsten Früchten nimmt man den Samen und sät ihn wieder aus. Dieses Spiel kann man so weit treiben wie man will.
Große Brauereien verdienen damit nebenbei ihr Geld.


Vegetative Vermehrung:

Das praktiziert man einfach durch Stecklinge, zum Beispiel beim Obst wie Wein und so weiter. Die Veredlung gehört auch dazu.
Lebe für Deine Ideale!
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#7
Zitat:Nun das Wichtige: Es ist sinnlos Samen von diesen Pflanzen zu nehmen. Die nächste Generation spaltet sich wieder auf und ist von minderer Qualität.

Ja so ist es. Der Engländer sagt dazu: cross and kill. Man will damit ausdrücken, dass der Same des Hybriden nicht zur Fortpflanzung taugt.
Sei!
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#8
Anfang des Jahres schrieb ich, das ich über den Erfolg und Geschmack meines gekauften Biosamens berichten will. Das möchte ich hiermit:

Paprika "Runde Ungarische" ein voller Erfolg, standen im Foliezelt, enorme Wuchsfreude und die Ernte hat mich überrascht. Von jeder Pflanze mindestens 10 faustgroße Früchte, Ausnahmen sogar 20 Früchte. Richtig ausgereift sind nur wenige, das heißt ihre volle rote Farbe. Grün haben sie auch geschmeckt!

Eisbergsalat Dublin ist viel zu empfindlich. Ich habe nach drei Aussaten auf drei verschieden Beeten aufgegeben.

Der Kopfsalat Cracoviensis war dagegen ein voller Erfolg. Wohlschmeckend, knackig und jetzt kommts: Sein Samen läßt gleichwertigen Salat wachsen.

Die Tomate "Kleines Ochsenherz" hatte es dieses Jahr schwer, es wirklich kein Tomatenjahr! Ein geringer Ertrag war die Folge. Es ist eine sensible Sorte für Mitteldeutschland. Früchte sehr wohlschmeckend, intensiver Geschmack.

Mangold "Lukullus" bescherte uns bis jetzt drei Ernten. Spitzenspinat hat der ganzen Familie geschmeckt!

Pastinake "Hammelmöhre" schmeckt roh überhaupt nicht. In Bratlingen allerdings ein Gedicht!

Die Möhre "Rothild" schmeckt süß und befriedigt alle Wünsche die man an eine Möhre hat.

Die Gründüngung habe ich noch in der Tüte. Blinzeln

Lebe für Deine Ideale!
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#9
Beim Mangold bahnt sich eine vierte Ernte an!
Bei dem Wetter, kein Wunder! Blinzeln
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#10
Biologisches Saatgut ist im Gemüseanbau nach wie vor Mangelware. Wer deshalb nach konventioneller Ware greift, gerät schnell in die Fänge der Multis. Die setzen auf Hybriden und zunehmend auch auf Gentechnik. Höchste Zeit für die Bio-Betriebe, eigene Züchtungswege auszubauen!

Nur 15 bis 20 Prozent des von Biogärtnern ausgestreuten Saatguts ist kontrolliert ökologischer Herkunft. Weil das Angebot der Nachfrage hinterher hinkt, dürfen sich auch die Mitgliedsbetriebe der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (AGÖL) auf dem konventionellen Markt bedienen. Dort jedoch geben wenige große Konzerne den Ton an. Sie forcieren die Züchtung homogener Hybridsorten (Inzuchtlinien) und öffnen den Genmanipulateuren bereitwillig ihre Tore.

Bio-Betrieben dagegen ist der Einsatz gentechnisch veränderter Sorten ebenso wie die Verwendung von chemisch-synthetischen Beizmitteln untersagt. Während Landwirte einen Großteil ihrer benötigten Samen (Getreide, Kartoffeln) selbst nachbauen oder auf zertifizierte Ware zurückgreifen können, kommt es bei den Gemüsegärtnern häufig zu Engpässen. Um die zu überwinden, suchen kleinere Erzeuger verstärkt die Kooperation. Ihre gemeinsame Überzeugung: Nur mit eigenen Herstellungs- und Vermarktungsschienen im Saatgutbereich kann die Bio-Branche ihre hohen Qualitätsstandards halten und ihre Unabhängigkeit bewahren.

Bisher knapp 80 Gemüsebauern aus dem In- und Ausland haben sich im Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau zusammengefunden, der die Kräfte vieler Einzelbetriebe zu bündeln versucht. Die meisten von ihnen sind bei Demeter, aber auch Bioland- und Naturland-Gärtner gehören der losen Vereinigung an. Ihr Herzstück ist die Saatgutwerkstatt in Bingenheim (Wetterau), wo Mitarbeiter der dort ansässigen heilpädagogischen Lebensgemeinschaft alle notwendigen Schritte von der Aufbereitung bis zur Vermarktung des angelieferten Saatguts organisieren. Ich persönlich habe mein Saatgut in diesem Jahr jedoch bei: http://www.biogartenversand.de bestellt, das gefiel mir nach näherem Hinsehen noch am besten.

Wer zukünftig selber Bio-Samen herstellen will, der kaufe zunächst also alte Sorten (Bio-Saatgut) baue diese Sorten an und ernte dann den enstprechenden Samen. Der Samen muß meist getrocknet, gereinigt, sortiert, gewogen und abgepackt werden. Entweder nimmt man eine dunkle Falsche oder Glas (verschließbar) oder fertigt selbst Papiertüten an und etikettiert diese ordentlich. Der Samen wird über den Winter dann an einem kühlen (frostfreien) und dunklen Ort gelagert. Ein Heizungskeller ist dafür jedoch meistens zu warm.

Von zentraler Bedeutung ist auch die Prüfung auf Keimfähigkeit im hauseigenen Test.


Bewußter Verzicht auf Hybriden!

Hybriden sucht man in der Liste des o. g. Initiativkreises nach wie vor vergeblich. Die durch wiederholte Selbstbestäubung entstandenen Inzuchtlinien gelten als genetisch ärmer und bilden - nach einem kurzen Zwischenhoch - ziemlich bald schwache Kümmerformen aus. Für die von Bio-Anbauern bevorzugte Erhaltungszüchtung am Standort (in situ) sind Hybriden daher ungeeignet. Trotzdem scheinen sie in der Bio-Saatgut-Szene nicht grundsätzlich tabu. Die oft genannten Gründe: Vorteile in punkto Vermarktungssicherheit, Schädlingsresistenz und Ertrag. Der o. g. Verband geht da einen anderen Weg und nimmt dafür gewisse Nachteile in Kauf. Weil es kaum z. B. alte, samenfeste Broccoli-Sorten mehr gibt, hat man das Gemüse überhaupt nicht im Sortiment.

Die Hybridenzüchtung ist auf dem Vormarsch und droht viele bewährte Gemüsesorten zu verdrängen. Gentechnisch verändertes Saatgut, wird diesen Prozeß noch beschleunigen. Weder Landwirte noch Gärtner hätten etwas davon, umso mehr aber die wenigen Monopolisten, die mit den manipulierten Samen gleich die passenden Spritzmittel an den Mann bringen.

Man muß sich mal vorstellen, wie die Gentechnik-Industrie auf solche Bio-Saatgärtner reagiert. Nachdem sich der o. g. Verband in Bingenheim angesiedelt hatte und dort auch einen Demeter-Zuchtgarten errichtete, hat in nur 5 km Entfernung die Hoechst- und Schering-Tochter AgrEvo 1995 in Melbach einen Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Mais und Raps gestartet. Das Robert-Koch-Institut als Genehmigungsbehörde sah in der Nähe des Experimentierfeldes zum anerkannten Vermehrungsbetrieb für biologisches Saatgut keinerlei Problem. Ein Eilantrag der Gentech-Gegner zur Einstellung der Versuchsreihe scheiterte, eine vorläufige Niederlage bescherte auch das Gerichtsverfahren in der ersten Instanz. Die Platzbesetzer von der Bürgerinitiative "Die Wühlmäuse" wurden im letzten Versuchsjahr in einer spektakulären Räumungsaktion von einem großen Polizeiaufgebot vertrieben. Nachdem der Mais im Herbst 1997 geerntet wurde, ist vorläufig Ruhe eingekehrt. Doch die ist trügerisch. Die Firma Monsanto, suche derzeit zwei neue Standorte in Hessen. Und wie es im Nachbarort Melbach weitergeht, sei ungewiß.


Gen-Transfer zu befürchten

Falls es zur ursprünglich geplanten Freisetzung genveränderten Rapses komme, seien die Risiken kaum abzuschätzen. Die Tatsache, daß sich Raps im Gegensatz zum Mais leicht auskreuze, mache die Aussaat von Gen-Raps besonders gefährlich. Auf diesen Umstand wies auch das Öko-Institut Freiburg in einem Gutachten hin. So seien die gegen das Total-Herbizid BASTA unempfindlichen Resistenzgene "in Europa anscheinend nicht heimisch" und könnten überall dort, wo BASTA eingesetzt wird, eine "Veränderung des Populations- und Artengefüges der Bodenmikroorgamismen" in bisher unbekanntem Ausmaß bewirken. Der durchaus wahrscheinliche Gen-Transfer von "Viren oder Virus-Satelliten auf ökologisch angebaute Kulturen" stelle eine "Eigentumsverletzung" dar.

"Wir brauchen kein Gen-Saatgut", sagen die Bio-Saatgutzüchter, und sprechen dabei nicht nur in eigener Sache. Viele Verbraucher seien zurecht darüber empört, daß sich Gentechnik ungefragt und klammheimlich in ihren Alltag einschleiche. Bei Käse (Lab) und Brot (Hefe) laufe die Unterwanderung bereits auf Hochtouren. Was die manipulierten Gene im Boden anrichten und welche Rolle bei ihrer Übertragung Insekten oder Mikroorganismen spielten, könne heute niemand sagen.

Angesichts des Damoklesschwertes, das über Bingenheim hängt, wird die Erzeugung biologischen Saatguts nicht nur für den o. g. Verband zur Überlebensfrage. Das Nein zu chemischer Keule und zur Gentechnik ist gleichzeitig ein Ja zu alten, vernachlässigten Sorten und zu laufender Verbesserung durch natürliche Auslesezüchtung. Wer gesunde Lebensmittel herstellen wolle, dürfe nicht nur nach bequemem Handling, Größe und Aussehen schielen. Im Mittelpunkt ganzheitlicher Betrachtung stehen nicht zuletzt Bekömmlichkeit und Geschmack. Die beschriebene Sorgfalt hat notwendigerweise ihren (höheren) Preis. Wenn man in Zukunft biologisch-dynamisches Saatgut in ausreichenden Mengen haben will, muß die Saatgutvermehrung ein sich selbst tragender Betriebszweig werden."

Also Freunde: Kauft vernünftiges Saatgut und dann macht Euch selbst Eure Samen! Wir haben das schon im kleinen Stil vor Jahren angefangen und legen dieses Jahr ganz groß damit los. Im nächsten Jahr wollen 90% eigene Saat verwenden, mal sehen ob es klappt! Wir berichten hier jedenfalls von unseren Erfahrungen.

Sei!
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