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Schuhe anbehalten oder ausziehen?
#51
Zitat:Ich lehne es ab, die Handlungsweise von Domestiken für mich zu übernehmen. Ich bin keine Putzfrau und habe es nicht nötig, mir von Angestellten Benehmen beibringen zu lassen.

Du tust ja fast so, als könnte sich eine Putzfrau nur daneben benehmen.

Falls du mich nicht richtig verstanden hast: Die Frau, von der ich erzählt habe, wollte niemandem Benehmen beibringen. Sie war mit ihrer Verhaltensweise nur höflich und hat in einem netten Gespräch von den Sitten in ihrer Heimat berichtet. Nicht mehr und nicht weniger.
Deine Antwort ist also völlig überdreht und unpassend.
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#52
Zitat:In russischen Haushalten ist es übrigens Pflicht, die Straßenschuhe beim Betreten der Wohnung auszuziehen. Das sagte mir zumindest die Putzhilfe meiner Großmutter
Gut, also wenn ich mich irgendwann einmal in Rußland ansiedeln sollte, habe ich da kein Problem damit, mich in die regionalen Sitten und Gepflogenheiten einzufügen.
Du scheinst aber ein Problem damit zu haben, Dich an die hierzulande üblichen Regeln zu halten. Wandere halt nach Rußland aus, wenn deren Sitten Dir mehr behagen.
Nimm Dir doch selbst ein Beispiel an Deiner Putzhilfe: Für sie ist es selbstverständlich, die Traditionen ihrer Heimat zu leben. Warum tust Du das umgekehrt nicht? Das ist doch die Frage.

In Rußland hat zudem die Regel des Schuhe Ausziehens auch noch einen gewissen Sinn, da es dort bekanntlich etwas kälter ist als bei uns. Dadurch zieht man eher feste Schuhe an und kann nicht mit Stöckelschuhen durch den Schnee gehen. Bei den Völkern der kalten Regionen der Erde ist es oft so, daß man die Schuhe auszieht, um zu verhindern, daß dem Ankommenden vielleicht auch Zehen abgefroren sind.
Das hat alles seine Berechtigung dort.

Hier aber definitiv nicht.

Stephan
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#53
Zitat:Du scheinst aber ein Problem damit zu haben, Dich an die hierzulande üblichen Regeln zu halten. Wandere halt nach Rußland aus, wenn deren Sitten Dir mehr behagen.

Woraus schließt du das denn jetzt? Lol Du reimst dir hier einfach irgendwas zusammen.

Ich halte mich übrigens auch nicht an irgendwelche üblichen Regeln, sondern an Regeln, die mir nützlich und sinnvoll erscheinen. Und die Schuh-Auszieh-Regel halte ich für sehr sinnvoll.
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#54
Es gibt hier keine "Schuh-Auszieh-Regel", sondern es gibt eine Unkultur, die sich darin ereifert, alles was bei uns zur Kultur gehört, abzuschaffen. Man führt russische Putzfrauen oder Orientalen an, nur um heimatliche Kultur durch Fremdkultur zu ersetzen. Fremdbestimmung statt einer Achtung des Eigenen. Das muß mit dem Selbsthaß der Deutschenn zusammenhängen. Wenn Ihr Eure Vorfahren, Eure Kultur so ablehnt, daß alles aus der Fremde für Euch besser erscheint, als das Eigene, dann seid doch konsequent und hängt Euch auf. Dann müßt Ihr euch wegen Eurer Kultur nicht mehr selbst hassen.

Stephan
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#55
Stephan, Dein letzter Beitrag zeigt, daß Du nichts verstanden hast. Vielleicht haust Du endlich ab und drehst noch eine Runde. Du predigst etwas von guten Sitten und deren Verfall und vergreifst Dich selbst fortgesetzt im Ton. So gut scheint Deine Erziehung doch nicht gewesen zu sein? Dein Selbstbewußtsein ist es allemal nicht, das ist wohl jedem hier klar.
Der Bogen entfaltet seine Macht durch deine Energie - Der Pfeil wird davon fliegen auf ein entferntes Ziel - Aber dein Leben wird immer bei dir sein - Gedenke der Alten Werte - Ehre die Ahnen, die dir den Bogen in die Hand gelegt haben
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#56
Irgendwie dreht sich das im Kreis. Wurde doch schon alles gesagt...

@Stephan:
Wie kommst Du da drauf, daß es unsere Kultur sei, Leute mit offensichtlich dreckigen oder Gossen-dreckigen Schuhen reinzulassen? Denn darum geht es Dir ja.
Ich kann mich mit dieser Denkweise nicht identifizieren.

Gruß
Erst wissen, dann denken. Erst denken, dann reden.
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#57
"haust Du endlich ab" - das ist ein unhöflicher Ton. Ich habe hingegen nur nüchtern festgestellt, daß es hier Mondernisten gibt, die offenbar alles, was der eigenen Kultur entstammt, gegen Fremdes ersetzen wollen. Ich sehe darin den heute sehr häufig vorkommenden Selbsthaß der Deutschen. Das ist meine Interpretation die ich durchaus höflich vorgetragen habe - von "abhauen" habe ich nichts geschrieben. Wäre ich so unhöflich und primitiv in der Wortwahl, wie Du, hätte ich ja zu Cnejna schreiben können:
"Hau doch endlich ab nach Rußland". Habe ich aber nicht. Das mit dem Aufhängen war natürlich ironisch gemeint - das zu erkennen habe ich einfach mal vorausgesetzt. Ich habe Dich damit aber offenbar überfordert und entschuldige mich deswegen dafür.

Zurück zum Thema: Kulturgüter muß man achten und pflegen, nichtsdestotrotz kann man auch versuchen, sie zu erklären. Warum ist es bei uns Tradition, die Schuhe nicht auszuziehen, im Orient ist es dagegen umgekehrt?
Schuhe sollen uns schützen vor Kälte, vor dem steinigen Boden und vor Schmutz. Denn das rauhe Klima bei uns erfordert das Tragen von Socken oder Strümpfen, die ohne Schuhe schnell durchgelaufen wären. Stoff aber war teuer (damit hatte man einst sogar bezahlt, wie man in den Sagas noch sehen kann). Außerdem muß man sich die Häuser mal vorstellen, die es früher gab. Es waren Holzhäuser ebenerdig mit Lehmfußboden. Der ist hart, porös und kalt, selbst im Sommer. Ohne Schuhe würde man sich da schnell erkälten, Strümpfe würden schnell löchrig werden. In diesen Häusern lebten nicht nur die Menschen aller Stände zusammen, sondern auch das Vieh, welches mithalf, die Hütte im Winter warm zu halten. Auf dem Boden lagen also auch die Exkremente der Haustiere und Kinder. Die Rinder hatten eine eigene Abteilung im Hause, aber Hunde, Hühner, Ziegen usw. liefen überall frei herum. Mäuse auch, denn ein Holzhaus mäusefrei zu bekommen, ist eigentlich nicht möglich (die Katzen sind ja erst von den Ägyptern gekommen). Somit bestand die Gefahr, in diese Exkremente zu treten, und davor schützt auch ein Filzpantoffel nicht, an ihm würde das nur kleben bleiben und überall verbreitet werden. Lederschuhe sind da einfach praktischer, weil sie den Dreck nicht so leicht annehmen.
Die Schuhe waren nun auch noch relativ kompliziert verschnürt, dazu kommen die Wadenwickler. Das alles auszuziehen dauert recht lange. Der Germane möchte auch jederzeit kampfbereit sein, denn niemand konnte sicher sein, daß das Haus nicht von Feinden angegriffen wird. Dann wäre wohl kaum Zeit, sich noch langwierig Schuhe und Wadenwickel zu binden.
Der Boden wurde im Winter mit Stroh bestreut, um ihn etwas trockner und weniger kalt werden zu lassen.
Man wird einsehen, daß hier das Verlangen, Schuhe auszuziehen, nicht sinnvoll ist.
Im Orient ist es sehr warm, die Menschen tragen keine Strümpfe, sondern Pantoffeln (z. B. die bekannten Jesuslatschen) die man schnell ausziehen und anziehen kann. In der Wüste ist es staubig und den Staub (eigentlich eher Flugsand) will man nicht im Hause haben. Da macht es Sinn, die Pantoffeln auszuziehen.

Nun leben wir nicht mehr in Hütten mit Lehmfußboden, aber auch spätere Häuser (z. B. Fachwerkhäuser in den mittelalterlichen Städten) haben im Erdgeschoß einen Steinboden (wenn sie nicht durch Baumarkt-Produkte verunstaltet sind). In dem Haus, wo ich wohne (von etwa 1850) gibt es zwar Dielen, aber auch Ofenheizung. Das Haus ist fußkalt, trotz der Teppiche. Ein Gast würde also an den Füßen frieren, wenn er seine Schuhe ausziehen müßte, da helfen auch keine Pantoffeln, die ja den Fuß nur zur Hälfte bedecken.
Wenn Gäste kamen, dann geschah es schon einmal, daß gefragt wurde, ob sie die Schuhe ausziehen sollten oder sie versuchten es gleich, bis ich sie daran hinderte: Wir sind hier nicht in der Moschee.

Nun, viele Menschen leben heute in Wohnungen mit Zentralheizung und vielleicht sogar Fußbodenheizung. Da entfiele dann das Kälteargument. Aber 9,1 % der Wohnungen Deutschlands (in den alten Bundesländern sogar 9,4 %, in den neuen nur 7,8 %) heizen immer noch mit Einzelöfen (Quelle: http://www.schader-stiftung.de/docs/we_nach_heizungsart.pdf )
Kulturelle Regeln gelten für alle, und solange es noch Öfen gibt und ofenbeheizte Wohnungen, sollten unsere sinnvollen Regeln auch bestehen bleiben. Wer sich nun eine Erdölheizung einbaut (und dabei natürlich keinen Gedanken daran verschwendet, was das für die Umwelt bedeutet: Stichwort Tankerunfälle, Ölplattformen und ihre Verschmutzungen, Golfkriege ums Öl usw.), der mag das tun, er soll aber von den anderen nicht verlangen, daß die sich nun wegen seiner neuen Heizung ändern müssen.

Stephan
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#58
Also Stephan und Agni wenn man euch beide so liest: Bananen sind keine einheimischen Früchte, also sollte man sie nicht essen, oder die Schuhe in der Wohnung anzubehalten würde zum allgemeinen deutschen Kulturerbe gehören, oder "Mitmenschen benutzt keine Ölheizungen".
Man möchte sich vor Lachen auf die Schenkel schlagen, aber ich glaube doch tatsächlich, daß ihr beide das ernst meint?

Mein Motto ist: Mach dir das Leben so gut wie moralisch vertretbar. Und weder beim Schuhe anbehalten, noch beim Bananenessen oder beim Ölheizung benutzen, fühle ich mich in meinem kulturellen Gefühl beeinträchtigt, und moralisch vertretbar ist es allemal.
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#59
Hallo Dancred,

Bitte deute nichts in meinen Beitrag hinein, was ich nicht auch wirklich geschrieben habe.
Ich habe nicht geschrieben, daß man keine Ölheizungen benutzen soll, sondern nur die bekannte Problematik des Öls erwähnt. Auch Öfen verpesten die Luft. Wenn Du das als Statement gegen Ölheizungen verstanden hast, dann liegst Du falsch. Lache also nicht so viel, schlage Dir nicht auf die Schenkel, sondern setze lieber die Brille auf und schalte das Gehirn ein. Dann wirst Du meine Sätze verstehen.

Von Bananen hatte ich gar nichts geschrieben.

Stephan
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#60
Am Schluß stehen wir wieder vor der Grundproblematik:

A. Konservativismus: Man bewahrt und ehrt alte Bräuche, stellt sie nicht einfach in Frage.

B. Progressivismus: Man verändert Altes zu Gunsten von Neuem, egal wo man es herhat.

Ich ordne mich bei A ein. Wer B ist, der erscheint mir doch relativ beeinflußbar durch moderne Denkweisen, fremde Kulturen oder Mem-Viren. Ich wette, diese Leute binden ihren Schal auch in der sog. "Euroschlaufe".

Ich denke, daß nun eigentlich alles hierzu gesagt ist und wenn nichts weiter kommt, können wir das Thema beenden.

Stephan
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