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Tesla-Fabrik bei Berlin
#1
Teslas Plan für eine neue Großfabrik in Brandenburg elektrisiert die Politik. Ministerpräsident Woidke hat gleich mehrere Erklärungen, warum sich der US-Elektroautohersteller sein Bundesland ausgesucht hat.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat die Pläne für eine neue Fabrik des Elektroautoherstellers Tesla südlich von Berlin mit Genugtuung aufgenommen. "Die Entscheidung von Tesla, eine hochmoderne Fabrik für Elektroautos in Deutschland zu errichten, ist ein weiterer Beweis für die Attraktivität des Automobilstandortes Deutschland", teilte der CDU-Politiker mit. Deutschland habe sich im Wettbewerb mit anderen Ländern durchgesetzt.

Altmaier forciert seit Langem eine europäische Initiative zum Bau von Batteriezellfabriken, gemeinsam vor allem mit Frankreich. "Beides steht nebeneinander", sagte eine Sprecherin mit Blick auf die Tesla-Pläne. Die Batterieinitiative Altmaiers sei ein wichtiges Projekt im europäischen Interesse. Die Bundesregierung hat Fördermittel von mehr als einer Milliarde Euro zugesagt.

Peter Altmaier hält Deutschland als Automobilstandort weiterhin für attraktiv

Firmenchef Elon Musk hatte am Dienstagabend überraschend angekündigt, die erste europäische Tesla-Fabrik in Deutschland zu errichten. Bei der Preisverleihung zum "Goldenen Lenkrad" von "Bild" und "Auto Bild" sagte der Tesla-Chef, die Gigafabrik solle in der Nähe des neuen Berliner Flughafens BER gebaut werden. In Anspielung auf dessen um Jahre verzögerte Eröffnung sagte Musk aber auch: "Wir werden definitiv ein höheres Tempo vorlegen müssen als der Flughafen."

Bundesregierung und mehrere Landesregierungen involviert

Die geplante Ansiedlung sei "ein Meilenstein beim Ausbau von Elektromobilität und Batteriekompetenz", sagte Altmaier zu der Entscheidung. Der Standort Deutschland könne aufgewertet werden. Der Prozess der Ansiedlung sei durch die Bundesregierung und mehrere Landesregierungen begleitet worden.

"Nach all den Gesprächen und Kontakten, die stattgefunden haben, gehe ich davon aus, dass dies sehr konkret unterlegt wird mit konkreten Investitionsentscheidungen", sagte Altmaier. Subventionen seien bisher kein Thema. Alle Firmen würden gleich behandelt, und der US-Elektroautobauer wolle auch keine Sonderkonditionen.

Eine Bevorzugung von Tesla, etwa bei der E-Mobilitätsförderung, gebe es nicht. Für das Unternehmen würde es die gleichen Möglichkeiten und Anforderungen wie für alle Unternehmen geben.

Die geplante Fabrik in der Brandenburger Gemeinde Grünheide (Kreis Oder-Spree) soll der Berliner Wirtschaftsverwaltung zufolge 6.000 bis 7.000 neue Stellen schaffen. Wie viele neue Arbeitsplätze insgesamt entstehen, ist offen. Auch in einem innerhalb Berlins geplanten Design- und Ingenieurszentrum sollen weitere Beschäftigte arbeiten, die "Bild"-Zeitung berichtete von insgesamt 10.000 neuen Arbeitsplätzen.

Im Gespräch für die neue Tesla-Fabrik waren zunächst auch andere Bundesländer - unter anderem das Saarland und Niedersachsen. Mit dem Großraum Berlin-Brandenburg hatte kaum jemand gerechnet. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zufolge konnte sein Bundesland auch wegen der Ökoenergien überzeugen.

"Mit Brandenburger Charme überzeugt"

"Wir haben den Rohstoff der Zukunft, wir haben erneuerbare Energien in Brandenburg", sagte der SPD-Politiker in Potsdam. Das sei im Gespräch mit Tesla-Chef Musk ein entscheidender Vorzug gewesen. "Wir verbinden hier Klimaschutz mit Wirtschaftsstärke, und das muss das Signal sein in die ganze Welt." Bei elektrischer Leistung aus Ökoenergien pro Einwohner ist Brandenburg bundesweit vorn.

Als weitere Vorzüge nannte Woidke die Metropolregion mit Berlin, eine hohe Dichte an Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen - und: "Wir haben Platz". Woidke ergänzte: "Wir haben aber auch, glaube ich, überzeugt mit unserem zurückhaltenden Brandenburger Charme."

"Wir sind bei 95 Prozent der Fragen durch, aber es werden auch noch weitere Fragen geklärt werden müssen", sagte der Regierungschef. Tesla seien Zusagen für übliche Subventionen im Rahmen des EU-Beihilferechts gemacht worden. Auf die Frage, ob noch ein Risiko bestehe, sagte er mit Blick auf Musk: "Ich habe ihn als sehr verlässlichen Menschen kennengelernt."


Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/tesla-plaene-fuer-brandenburg-dietmar-woidke-will-mit-oeko-strom-ueberzeugt-haben-a-1296246.html
Im A & O das Geheimnis liegt - Omega siegt!
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#2
Wenn es so kommt, ist es eine Ohrfeige für die deutschen Autobauer.

Und ein amerikanisches Unternehmen ist kein guter Arbeitgeber, so wie wir es gewöhnt sind.
Lebe für Deine Ideale!
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#3
In Singapur war es die Regierung, die E-Autos überhaupt ablehnte.
Zitat:Zuvor hatte Singapur beschlossen auch E-Autos mit einer CO2-Steuer zu belegen, da man schließlich auch die Emission bei der Stromerzeugung berücksichtigen müsse, heißt es weiter.
https://www.focus.de/auto/absage-an-elon-musk-singapurs-regierung-will-keine-elektro-autos-und-hat-starke-argumente-dagegen_id_11119364.html

Aber auch in Deutschland ist ein Vorhaben, ein solches Werk zu bauen, zumindest mühsam umzusetzen. Es gilt nicht nur Auflagen zu erfüllen und Genehmigungen zu erhalten, sondern auch noch Klagen durchzustehen (und auch zu gewinnen). Das muß in einem Rechtsstaat auch eine noch so begeisterte Politik hinnehmen.

Genau in dieser schönen Gegend haben viele reiche Berliner und Berlinerinnen mindestens ein Wochenendhaus, und das ist nicht erst seit heute so. Es wird daher vermutlich laufen wie in Harvestehude in Hamburg, da ging es nicht um ein Werk, sondern um eine Flüchtlingsunterkunft:

Zitat:Als es mit Harvestehude und seinen Flüchtlingen in die entscheidende Phase ging, sorgte Westenberger mit dafür, dass die Harvestehuder besonders gute Flüchtlinge bekamen – etwa Familien aus Syrien.
https://www.zeit.de/2016/40/hamburg-harvestehude-fluechtlinge-abschottung
Zitat: Erst nach langem juristischen Gezerre gelang im September 2015 ein Kompromiss: 190 Flüchtlinge dürfen einziehen, das Heim muss 2024 wieder geschlossen werden. Und in den nächsten 50 Jahren darf an dieser Stelle keine soziale Einrichtung mehr geführt werden.
https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/sophienterrasse-in-hamburg-harvestehude-wie-es-im-fluechtlingsheim-zugeht-a-1103872.html

Salopp formuliert: Es wird sicher einen seltenen Käfer geben, wegen dem das nicht gebaut werden kann. Oder zumindest jahrelange Klagen anstehen werden. Die Vorstellung von, in zwei Jahren könne das schon fertig sein, ist jedenfalls ziemlich utopisch. Herr Musk wird sich vielleicht am Ende weiter nach Osten orientieren.


Zitat:Und ein amerikanisches Unternehmen ist kein guter Arbeitgeber, so wie wir es gewöhnt sind.

Es gilt vielleicht nicht für alle amerikanischen Unternehmen. Walmart aber konnte sich z.B. in Deutschland auch nicht halten. In Deutschland gibt es nunmal Arbeitnehmerschutzrechte und Gewerkschaften, dafür kein "gemeinschaftliches Einschreien" am Morgen, auch wenn das gerade bei den FFFs so geprobt wird ("Gib mir ein A" - "What do we want?"), es wird weiterhin in Deutschland als befremdlich empfunden und abgelehnt.


Zitat:"Warst du das?"
Gigawerke, wie nun eines in Brandenburg entstehen soll, gibt es bereits. Vergangenes Jahr eröffnete eines in Shanghai. Das, sagt Musk, soll der Maßstab sein. Das berüchtigtste steht in Nevada. Musk selbst hat es als Produktionshölle bezeichnet. Mehr als eine Milliarde Dollar hatte Tesla in das Werk gesteckt.

Und nichts lief wie geplant. Manche sagten, weil die Ziele, die Musk sich gesteckt hatte, unmöglich zu erreichen waren. Es sind die gleichen Leute, die später zugeben mussten, dass Musk ein grundlegend anderes Konzept der Kategorien „möglich“ und „unmöglich“ hat als eben die meisten Menschen.

Der Pulitzer-Preisträger und „Wired“-Autor Charles Duhigg ist einer der wenigen, die mit Menschen reden konnten, die eng mit Musk zusammenarbeiteten. Die meisten, schreibt Duhigg, hätten Schweigeklauseln unterzeichnet, Angst um ihre Karrieren. Und was in Nevada vorgefallen ist, ist in Deutschland aufgrund von Arbeitnehmerrechten, Gewerkschaften schwer vorstellbar.

Doch es gibt Einblick in die Psyche eines Mannes, der twitterte: „Niemand mit einer 40-Stunden-Woche hat je die Welt verändert.“


Lebhaft erinnern sich mehrere Tesla-Mitarbeiter beispielsweise an einen Samstag im Oktober 2017. Elon Musk hatte nicht weniger als eine Revolution angekündigt. Das Modell 3, ein massenweise produziertes, emissionsfreies Elektrofahrzeug für weniger als 35.000 Dollar, die Mobilitätswende für jedermann. Das Werk in Nevada sollte 5000 davon pro Woche produzieren. Zu diesem Zeitpunkt schaffte das Werk etwa drei am Tag.

Es muss gegen 10 Uhr morgens gewesen sein, schreibt Duhigg bei „Wired“, als Elon Musk durch die Produktionshalle läuft, versucht herauszufinden, was schiefläuft. Vor einem Roboter bleibt er stehen und spricht einen jungen Ingenieur an: „Hey, das hier funktioniert nicht. Warst du das?“

Der Ingenieur, den Musk nie zuvor getroffen hatte, versteht die Frage nicht. „Ob du das warst, verdammt!?“, soll Musk gebrüllt haben. „Du bist ein verdammter Idiot. Hau ab und komm nie wieder!“ Später musste der Mitarbeiter tatsächlich seine Entlassungspapiere unterschreiben. Nur der Erste von 700, die in der Folge gefeuert wurden.

„Elon bedeuten die Menschen, die in seinen Firmen arbeiten, viel“, hieß es vom Unternehmen. „Deshalb feuert er manchmal Leute, die nicht gut genug sind.“ Zum Wohle der Firma.

Eine Führungskraft formulierte es später anders: „Elon liegt die Menschheit am Herzen, der Mensch eher weniger.“ Was seien schon die Gefühle eines Einzelnen verglichen mit dem Schicksal von Milliarden?

Acht Monate später produzierte Tesla die von Musk geforderten 5000 Tesla Model 3 pro Woche und wies einen Gewinn von 312 Millionen Euro aus.

Das Werk eines Wahnsinnigen. Ein Geniestreich.

https://www.tagesspiegel.de/politik/der-brutal-geniale-tesla-chef-elon-musk-der-mobilmacher/25224724.html

In Shanghai mag sich das vertragen, weil der Einzelne vielleicht auch nichts zählt. Aber mit deutschen Arbeitsschutzgesetzen ist sowas unvereinbar. Weshalb Herr Musk nicht einmal gut beraten ist mit einem Standort in Deutschland.

Er beschränkt sich auch nicht nur auf sein eigenes Unternehmen, sondern wähnt sich im Weltretter-Modus, der sich für seine Weltretter-Ziele sogar über geltendes Recht hinwegsetzen müssen dürfe:

Zitat:Inzwischen hat Herbert Diess andere Probleme als die Frage, ob er Tesla kaufen könnte, die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat den VW-Chef zusammen mit Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch wegen des Verdachts der illegalen Marktmanipulation angeklagt. Und nun zeigt sich erstmals, dass die Wertschätzung wechselseitig ist.

Denn ausgerechnet Tesla-Chef Elon Musk springt Diess nun zur Seite: „Herbert Diess tut mehr als jeder andere große Autobauer, um elektrisch zu werden“, schreibt Musk bei Twitter als Antwort auf einen Tweet, in dem die Anklage gegen Diess vermeldet wird. „Das Wohl der Welt sollte vorgehen. Wenn ihr mich fragt, meine Unterstützung hat er.“
https://www.welt.de/wirtschaft/article200946246/Elon-Musk-Er-unterstuetzt-ausgerechnet-den-VW-Chef.html

Wir werden sehen, in Deutschland wird der Rechtsstaat zur Zeit ja fleißig von der Bundesregierung auf Plakaten geradezu "beschworen".
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#4
Das wird laufen wie mit Nokia und anderen: Erst investieren sie in Deutschland in irgendeinem strukturschwachen Gebiet - das Saarland war, wie von Hernes-Son bereits erwähnt, auch im Gespräch - und greifen dafür natürlich ordentlich Subventionen ab. Steuern werden aber vermutlich - siehe Amazon, Facebook & Co. - nicht gezahlt.

Nach der erforderlichen Mindestlaufzeit wird das Werk geschlossen und nach Rumänien verlagert, dort mit EU-Subventionen. Das gleiche Spiel.

Von dort geht es nach China, und wenn auch das nicht mehr billig genug ist, nach Indien.

Bei Facebook gibt es schon wilde Diskussionen von Leuten, die ganz heiß drauf sind, irgendwelche seltenen und geschützten Tiere genau im vorgesehenen Areal auszusetzen ;-) Besser wär's wahrscheinlich ...
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Erfolg realisiert sich in Sprüngen! (Jörg Löhr)
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#5
Während deutsche Politiker und Medien dem geplanten Bau eines Tesla-Werks in Brandenburg entgegenfiebern, könnte der fast tödliche Unfall eines Tesla-Fahrers in Österreich zum Problem für die gesamte E-Auto-Branche werden.

Zuerst musste der explodierte Unfallwagen drei Tage lang zum »Abklingen« in einen riesigen Wassercontainer. Jetzt verweigern sämtliche Recyclinghöfe in der Umgebung die Abnahme des ausgeglühten Wracks. Grund dafür ist die unbekannte Giftmischung in der Batterie. Viele Schrotthändler befürchten zudem, dass die Batterie sich erneut entzünden könnte.

Wie berichtet war ein Tesla-Fahrer im österreichischen Bundesland Tirol von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Der Tesla explodierte regelrecht. Der Fahrer und Halter des Elektroautos, ein Münchner, konnte nur mit letzter Not aus den Flammen gerettet werden. Das ausgeglühte Wrack musste von der Feuerwehr durch ein dreitägiges Bad in einem riesigen Wassercontainer gelöscht werden. Der Grund: Die beschädigte Antriebsbatterie entzündete sich aufgrund chemischer Reaktionen ständig neu.

Wie der Österreichische Rundfunk (ORF) berichtet, weigern sich alle Recyclinghöfe der Gegend, das ausgebrannte Tesla-Wrack abzunehmen – aus Angst vor den giftigen Stoffen in der 600 Kilogramm schweren Batterie. Deshalb steht der Wagen jetzt noch immer im Hof des Abschleppdienstes, sicherheitshalber am äußersten Rand des Grundstücks – »weil man ja nie weiß, ob das Ding nicht doch wieder in Flammen aufgeht«, zitiert der ORF den Besitzer des Betriebes.

Lügt Tesla?

Skandalös ist das Verhalten des Fahrzeugherstellers. Das Unternehmen aus Kalifornien hat offensichtlich unwahre Angaben zur Frage des Recyclings seiner Fahrzeuge in Österreich gemacht. Der ORF berichtet weiter:

Tesla habe dem Abschlepper eine problemlose Entsorgung zugesichert und sich dann nicht mehr gemeldet. Auf Rückfrage sei der Abschleppdienst an Teslas österreichischen Entsorgungspartner, einer Autoverwertung, verwiesen worden. Die Firma verfüge über ein großes Netzwerk von autorisierten Recycling- und Entsorgungspartnern.

Jetzt stellt sich laut ORF heraus: Die Autoverwertung, auf die Tesla verwiesen hatte, hat gar keine Genehmigung, Tesla-Modelle zu übernehmen. Auf die Frage, wie sie sich die Entsorgung eines Elektroautos vorstelle, antwortete eine Sprecherin der Recyclingfirma: »Darüber kann ich keine Auskunft erteilen, da wir für Tesla keine Berechtigung haben.« Festzuhalten bleibt: Tesla verweist auf einen Entsorgungspartner, der gar nicht befugt ist, ein Tesla-Fahrzeug zu recyceln.

Fazit: Die Antriebsbatterien und ihre hochgiftige chemische Zusammensetzung könnten somit noch zu einem grundsätzlichen Problem für die gesamte E-Branche werden.
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