Vor 4 Stunden
Die Silikonlüge aus der Backstube
Silikonformen sind schön bunt und gelten als praktisch. Doch der Markt ist schlecht kontrolliert, die Schadstoffe sind vielen unbekannt. Warum man lieber auf "alte" Materialien setzen sollte.
Die Gefahren von PFAS-Beschichtungen in Pfannen & Co. kennen wir inzwischen, nachdem die Industrie es jahrzehntelang geschafft hat, die Gefahren geheim zu halten. Teflon etwa gehört zu den per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, umgangssprachlich auch "Ewigkeitschemikalien" genannt. Sie verbleiben in Wasser, Boden und unserem Blut.
Silikone und PFAS sind chemisch völlig unterschiedliche Stoffklassen — aber sie teilen einige Eigenschaften, die dazu führen, dass Silikone inzwischen häufiger mit Ewigkeitschemikalien verglichen werden. Der Weichkunststoff besteht aus unzähligen Einzelbausteinen, Siloxane genannt, weil sie Silizium und Sauerstoff enthalten.
Diese Grundeinheiten können sich jedoch aus fertigen Silikonprodukten wieder lösen, weshalb einige Siloxane als besorgniserregend für Mensch und Umwelt eingestuft wurden. Schauen wir uns diese Förmchen, die gerne in grell-bunten Farben daherkommen, also einmal genauer an.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass hinter diesen Backformen, Backmatten, Backpinseln ein erstaunlich schlecht kontrollierter Markt aus Kunststoffen, Zusatzstoffen und fragwürdigen Herstellungsstandards steckt? Die Verbraucherzentralen warnen seit Jahren davor, dass gerade billige Silikonbackformen beim Erhitzen problematische Stoffe freisetzen können.
Die Verbraucherzentrale NRW verweist auf Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz, nach denen insbesondere bei der ersten Nutzung flüchtige Verbindungen austreten können – sowohl in die Raumluft als auch direkt ins Lebensmittel.
Unter diesen Stoffen befinden sich sogenannte zyklische Siloxane, die teilweise als "besonders besorgniserregend" eingestuft werden. Genau deshalb wurden einige dieser Verbindungen in anderen Bereichen, etwa in Kosmetika, bereits reguliert.
"Gutes" Küchensilikon muss nach der Herstellung "getempert" oder "ausgeheizt" werden. Dabei werden flüchtige Rückstände entfernt, bevor das Produkt in den Handel kommt. Das Problem: Offenbar sparen manche Hersteller genau diesen Schritt ein – vermutlich aus Kostengründen. Dann passiert das Ausgasen eben zu Hause. Im Ofen. Direkt hinein in den Kuchen für die Familie.
Einige Produkte, etwa die von Amazon Basics, AliExpress (2 Produkte), Tupperware, ionEgg und Wish, überschritten sogar Grenzwerte für die sogenannte Globalmigration – also die Menge an Stoffen, die insgesamt aus dem Material austreten darf.
Wichtig zu wissen: Auch aus getemperten Backformen gehen unter Umständen große Mengen an Siloxan-Oligomeren in das Lebensmittel über, wie Forscher der TU Dresden aufzeigen.
Besonders absurd wirkt die Temperaturempfehlung der Hersteller. Viele Produkte werden mit Angaben zur Hitzebeständigkeit von 230 Grad Celsius oder mehr beworben. Gleichzeitig warnen Verbraucherschützer davor, Silikonformen überhaupt über 200 Grad einzusetzen.
...
Was mich zudem nicht loslässt, ist die Sache mit dem Geruch. Wir ignorieren ihn, weil wir gelernt haben, diese Ausdünstung als "neu" zu akzeptieren. Tatsächlich gilt starker Geruch bei Silikon aber eher als Warnsignal für flüchtige Bestandteile. Bessere Formen riechen kaum.
https://web.de/magazine/ratgeber/essen-trinken/wahrheit-silikon-backstube-wissen-42369440
Silikonformen sind schön bunt und gelten als praktisch. Doch der Markt ist schlecht kontrolliert, die Schadstoffe sind vielen unbekannt. Warum man lieber auf "alte" Materialien setzen sollte.
Die Gefahren von PFAS-Beschichtungen in Pfannen & Co. kennen wir inzwischen, nachdem die Industrie es jahrzehntelang geschafft hat, die Gefahren geheim zu halten. Teflon etwa gehört zu den per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, umgangssprachlich auch "Ewigkeitschemikalien" genannt. Sie verbleiben in Wasser, Boden und unserem Blut.
Silikone und PFAS sind chemisch völlig unterschiedliche Stoffklassen — aber sie teilen einige Eigenschaften, die dazu führen, dass Silikone inzwischen häufiger mit Ewigkeitschemikalien verglichen werden. Der Weichkunststoff besteht aus unzähligen Einzelbausteinen, Siloxane genannt, weil sie Silizium und Sauerstoff enthalten.
Diese Grundeinheiten können sich jedoch aus fertigen Silikonprodukten wieder lösen, weshalb einige Siloxane als besorgniserregend für Mensch und Umwelt eingestuft wurden. Schauen wir uns diese Förmchen, die gerne in grell-bunten Farben daherkommen, also einmal genauer an.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass hinter diesen Backformen, Backmatten, Backpinseln ein erstaunlich schlecht kontrollierter Markt aus Kunststoffen, Zusatzstoffen und fragwürdigen Herstellungsstandards steckt? Die Verbraucherzentralen warnen seit Jahren davor, dass gerade billige Silikonbackformen beim Erhitzen problematische Stoffe freisetzen können.
Die Verbraucherzentrale NRW verweist auf Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz, nach denen insbesondere bei der ersten Nutzung flüchtige Verbindungen austreten können – sowohl in die Raumluft als auch direkt ins Lebensmittel.
Unter diesen Stoffen befinden sich sogenannte zyklische Siloxane, die teilweise als "besonders besorgniserregend" eingestuft werden. Genau deshalb wurden einige dieser Verbindungen in anderen Bereichen, etwa in Kosmetika, bereits reguliert.
"Gutes" Küchensilikon muss nach der Herstellung "getempert" oder "ausgeheizt" werden. Dabei werden flüchtige Rückstände entfernt, bevor das Produkt in den Handel kommt. Das Problem: Offenbar sparen manche Hersteller genau diesen Schritt ein – vermutlich aus Kostengründen. Dann passiert das Ausgasen eben zu Hause. Im Ofen. Direkt hinein in den Kuchen für die Familie.
Einige Produkte, etwa die von Amazon Basics, AliExpress (2 Produkte), Tupperware, ionEgg und Wish, überschritten sogar Grenzwerte für die sogenannte Globalmigration – also die Menge an Stoffen, die insgesamt aus dem Material austreten darf.
Wichtig zu wissen: Auch aus getemperten Backformen gehen unter Umständen große Mengen an Siloxan-Oligomeren in das Lebensmittel über, wie Forscher der TU Dresden aufzeigen.
Besonders absurd wirkt die Temperaturempfehlung der Hersteller. Viele Produkte werden mit Angaben zur Hitzebeständigkeit von 230 Grad Celsius oder mehr beworben. Gleichzeitig warnen Verbraucherschützer davor, Silikonformen überhaupt über 200 Grad einzusetzen.
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Was mich zudem nicht loslässt, ist die Sache mit dem Geruch. Wir ignorieren ihn, weil wir gelernt haben, diese Ausdünstung als "neu" zu akzeptieren. Tatsächlich gilt starker Geruch bei Silikon aber eher als Warnsignal für flüchtige Bestandteile. Bessere Formen riechen kaum.
https://web.de/magazine/ratgeber/essen-trinken/wahrheit-silikon-backstube-wissen-42369440
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