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Freiheit
#1
Was ist Freiheit?

   

FREIHEIT ist der für mich wichtigste Begriff im Leben. FREIHEIT ist für mich ALLES. Doch wie definiert man Freiheit, und was genau bedeutet Freiheit im Jahr 2020?


Es gibt verschiedene philosophische und poetische Ansätze:

Alt: Freiheit ist tun zu können, was ich will!

Hippie: Freiheit ist nur ein anderes Wort für: nichts mehr zu verlieren!

Philosophie: Freiheit ist ein Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch den Willen anderer unterworfen ist.

Politik: Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!
           Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!

Heute: Die eigene Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.
           Die eigene Freiheit endet dort, wo das Recht des anderen beginnt.
           Die eigene Freiheit endet dort, wo man andere Menschen gefährdet.

Komisch! Heutzutage definiert man nur noch, wo die Freiheit angeblich endet. Niemals wo unsere Freiheit bereits beginnt!


Wegen der großen Freiheitsdemonstration am Wochenende in Berlin, wird diese (unsägliche) Definition in der heutigen Presse wieder verwendet. Viele Politiker sagen heute in den Zeitungen: Daß die Freiheit der Bürger dort endet, wo andere gefährdet sind. Mit dieser Argumentation könnte man letztlich sogar verbieten, daß überhaupt noch irgendwer auf die Straße gehen oder mit dem Auto oder mit dem Fahrrad fahren darf. Das überhaupt noch jemand arbeiten, mit seinem Hund spazierengehen oder in den Urlaub fahren darf. Denn all diese Tätigkeiten gefährden andere Menschen.

Durch die bloße eigene Existenz ist nämlich der andere Mensch bereits gefährdet oder in seiner Freiheit eingeschränkt. Man gefährdet den Arbeitsplatz des anderen Menschen, man gefährdet dessen Gesundheit und Unversehrtheit, man gefährdet sein Glück, weil sich seine Mann/Frau eventuell für uns entscheidet, statt für ihn. Man gefährdet die weltanschaulichen Ansichten der Mitmenschen (inklusive ihrem Wahlverhalten), weil man selbst das Wort ergreift und seine Meinung bekundet. Man gefährdet schließlich sogar das Überleben seiner Mitmenschen, weil man ihm eventuell die knappen Nahrungsmittel wegzukaufen gedenkt, weil man ihm seinen Arbeitsplatz, seine Wohnung und seinen gewünschten Lebensgefährten streitig macht. Gerade wegen letzterem Punkt kommt es in der Jugend dann zu häufigen Keilereien.   

Die Folge dieser (unter 'Heute' genannten) Definitionen wäre eine Regulierungsbehörde, die das "Miteinander" der Menschen durch Regeln, Gesetze und Vorschriften entsprechend einschränkt und reguliert. Eine Behörde, die uns einen Lebensgefährten zuweist, einen Arbeitsplatz bestimmt und uns ansonsten wegschließt, damit wir niemand anderen gefährden. Also das Gegenteil von Freiheit. Und auf gar keinen Fall eine Definition von Freiheit!


Frage: Was aber ist Freiheit, wenn wir es selbst definieren müßten?

Ich habe nachfolgend eine entsprechende Antwort erarbeitet.

Als Aufgabenstellung gab ich mir: Versuche die für Dich perfekte Definition von Freiheit zu finden! Es soll hier jedoch eine Definition sein, die Du im Jahr 2020 sowohl öffentlich vertreten kannst und die trotzdem zu 100 % Deiner uneingeschränkten Meinung entspricht. 

Meine Gedanken bewegten sich darum, daß bei meiner Antwort die FREIHEIT im Mittelpunkt meiner Definition steht und nicht deren Einschränkung, Begrenzung oder gar die Verhinderung derselben. Denn das ist wohl die Zielstellung der heutigen Politiker, wenn man sich deren Meinung oder Definition zum Wort FREIHEIT durchlesen muß. (Und dort geht es im Grunde nur um die Demonstrationsfreiheit.)


Nachfolgend meine Definition:

1. Freiheit ist meine eigene uneingeschränkte Lebenskontrolle.

Damit ist gemeint: Selbstbestimmtes Leben, Selbstkontrolle über meine Handlungen, meine uneingeschränkte körperliche, geistige und spirituelle Bewegungsfreiheit und das uneingeschränkte Recht der freien Meinung.

2. Davon ausgenommen sind alle Bestrebungen, welche zum Ziel haben, die Freiheit anderer Personen zu verhindern.

3. Wettbewerb ist ein normaler Ausdruck des Zusammenlebens und von Natur wegen gewollt. Wettbewerb und Freiheit sind Geschwister und keine Gegensätze.


Ich glaube, daß ich alle Punkte bei dieser Definition bedacht habe. Sollte trotzdem noch jemand ein Gegenargument finden, dann wäre es schön, wenn derjenige mich daran teilhaben läßt bzw. es hier zur Diskussion stellt.

Es ist für jeden, der sich die FREIHEIT auf die Fahne geschrieben hat, extrem wichtig, eine wasserdichte Freiheits-Definition zu finden. Eine Definition, die man im Jahr 2020 öffentlich vertreten kann und die trotzdem exakt unseren inneren Werten entspricht.


Vielen Dank und Grüße an alle Freidenker!

   
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#2
Das MUß an diesem Tag und zu diesem Text. Alle mal die BOXEN aufdrehen und laut mitsingen:

Sei!
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#3
(05.08.12020, 12:06)verdandi schrieb: https://www.pagan-forum.de/post-57962.html#pid57962Bei Fleischfressern, Rauchern und Alkoholtrinkern wird mir ganz übel. Wer heute noch Fleisch frisst, obwohl er genau weiß, was den Tieren angetan wird, hat kein Herz. Was soll ich mit so einem Kerl?

Das wichtigste Ziel für mich ist, FREI von meinen Emotionen zu werden. Der größte Feind lauert in einem selbst.

Bei dem Wort Freiheit muss ich immer an Braveheart denken. Es zeigt, dass Freiheit ohne Mut nicht existieren kann.

Das sind drei sehr schöne Sätze, die ich deshalb noch einmal herausheben möchte.


Zum ersten Satz: Vielen Menschen (auch Freunde) haben mehr Angst davor, mit sich selbst konfrontiert zu sein (also ALLEIN zu sein), als daß sie Ekel vor einem fleischfressenden, saufenden Zombie hätten. Natürlich respektiere ich diese "Angst vor dem Alleinsein". Das Problem ist vielmehr die Frage: Will man diese Angst überhaupt auflösen? Hat man sich jemals Gedanken um die eigene diesbezügliche Psyche gemacht? Und wo überhaupt zieht man die Grenze? Bett und Leben mit jemandem zu teilen der pervers, gewalttätig oder gar ein religiöser Eiferer ist? Warum bindet man sich an einen Abartigen?

Freiheit ist das nämlich nicht. Es ist die reine Angst vor dem ALL-EIN-SEIN. Eine Art Wertigkeitsgefühl, daß man ohne Partner NICHTS zählen würde. Andersherum bedeutet das, daß derjenige seinen Eigenwert nur über den Partner definiert. Dafür erniedrigt sich derjenige tagtäglich. Als Veganer, Vegetarier oder Rohköstler ist man nämlich an einem Tisch von Alkoholikern oder Leichenfressern nicht willkommen. Man muß deren Witze und Sprüche erdulden und sich ihrem Gestank aussetzen. Warum tut man das? Warum sucht man sich keine normalen Freunde? Warum sucht man sich keinen normalen Gefährten? Eine psychische Störung?


Zum zweiten Satz: Der Blick in den Spiegel ist die größte Herausforderung für einen Menschen. Das Abgedrehte daran ist, daß es beim Blick in den Spiegel nicht darum geht, ob man sich selbst gefällt. Es geht um die Frage: Wie gefalle ich anderen? Wie komme ich bei anderen an?

Wann nämlich schaut man in den Spiegel? Richtig: Wenn man weggeht, sich unter andere Leute begibt oder jemanden beeindrucken möchte. Wenn man ALLEINE zu Hause sitzt, dann schaut man nur selten in den Spiegel. Das ist komisch. Denn der Spiegel dient uns doch als Selbst-Abbild und nicht als Bild für Andere? Andere erhalten ja ein eigenes Spiegelbild. Trotzdem drehen sich die Fragezeichen im Spiegel darum: Was Fremde wohl sagen? Was Andere wohl meinen? Wie Andere mich wohl sehen? Das ist schon mysteriös.

Und identisch ist es mit unserem emotionalen Spiegel. Unsere ungezügelten Emotionen fallen uns gar nicht auf > falls uns Mitmenschen nicht darauf aufmerksam machen! Warum ist das so? Das ist deshalb so, weil sich der Mensch nicht mit sich selbst beschäftigt, nicht mit sich selbst ALLEIN sein kann, sondern seine Gedanken in der Umwelt verstreut. Mit seinen Gedanken ständig bei anderen Menschen ist. Seinen Zeigefinger auf die Mitmenschen richtet und sich selbst dabei vergißt. Die Eigenkontrolle wird abgelehnt! Das Wort Selbstkontrolle, Lebenskontrolle oder Emotionskontrolle verursacht manchem Zeitgenossen einen solchen Schluckauf, daß er das böhse Wort am liebsten aus dem Duden verbannen möchte. 

Warum diese Angst vor sich SELBST? Das ist wie schon beim ersten Satz oben.

Die Antwort ist: Es gibt Herdentiere, die nur dann mit sich zufrieden sind, wenn die anderen Schafe es ebenfalls sind und zustimmend blöken. Das passiert natürlich nur dann, wenn man sich immer schön nach dem WILLEN der anderen richtet. Wenn man sich schön, unauffällig und ohne zu mucken in die Herde fügt. Wenn man keine eigenen Bedürfnisse und Ansprüche geltend macht. Wenn man also keine eigene FREIHEIT besitzt, um es mal mit diesen Worten zu sagen. Die FREIHEIT ist nämlich der Feind der Herde.

Deshalb ist es ja auch so schwierig, eine Gruppe aus Individualisten zu bilden. Das funktioniert nur als zeitweiliger freiwilliger Zusammenschluß zum gemeinsamen Vorteil; jedoch niemals für den tagtäglichen Gebrauch. Genau das verlangt jedoch die Matrix im Alltag. Man müsse sich in die graue Masse einfügen, dürfe nicht herausstechen, und das Wort FREIHEIT sei am besten zu vergessen.

Und wohin die Herde auch trabt, man ist dabei und macht natürlich mit. Hier ist die Frage berechtigt: Ist man überhaupt noch ein Individuum? Und wo genau hat man das eigene Selbst aufgegeben? 

Das wiederum führt uns zum dritten Satz.


Der dritte Satz handelt nämlich von Mut! Schon bei dem Wort Mut zittert das Herzlein des armen Herdentieres. Das Tierchen weiß nämlich ganz genau, daß es JETZT etwas machen muß. Daß JETZT etwas von ihm verlangt wird, was es gar nicht gerne tut: Für seine eigene Meinung einstehen!

Dabei kann sich das Tierchen nicht hinter dem Rücken der anderen Tiere verstecken. Es sucht panisch, wahnhaft mit den Augen nach Verbündeten. Doch alle anderen Herdentiere drehen ihre Augen feige nach unten und rücken von unserem Schäflein ab. Und unser Schäflein steht plötzlich ALLEIN da; ganz ALLEIN. Und damit sticht es heraus. Alles wegen dem blöden MUT. Das Schäflein hat auf einmal keine Verbündeten mehr, sondern steht ALLEIN gegen alle.

Jetzt stellt sich das Schäflein Fragen: Waren das überhaupt jemals meine Verbündeten, meine Freunde, wenn sie mich wegen meiner FREIHEIT eine eigene Ansicht zu äußern, ganz plötzlich fallenlassen? Oder ist die Herde in Wahrheit mein Unterdrücker? Und ich selbst helfe durch meine Herdenmitgliedschaft dabei mit, die FREIHEIT anderer Tierchen zu unterdrücken!

"Hey mach keinen Ärger" rufen die anderen, "füge Dich wieder in die Herde ein"! "Friß wieder Fleisch, sauf wieder Bier und geh wieder zum Arzt!" Sonst gehörst Du nicht mehr zu uns! Sonst bist Du ALLEIN!!!

Nein, nur nicht ALLEIN sein! Das macht mir ANGST!!! Und brav trottet das Tierchen wieder in die Sklaverei zurück. Nur bei seinen Unterdrückern und Aufpassern fühlt es so richtig wohl. SAUWOHL!

FREIHEIT? Nein das ist nichts für mich! Das ist so unbequem, alle meckern nur mit mir herum. Ständig muß man sich behaupten und durchsetzen und für sich selbst eintreten. Für sich selbst verantwortlich sein? Nein! Wem gebe ich dann die SCHULD, wenn mal etwas schiefläuft? Wer hilft mir wieder aus der Patsche?

Und genau deshalb lehnen Herdentiere den MUT geradeheraus ab. Sie wollen nicht mutig sein und ihre FREIHEIT verteidigen, erkämpfen oder dafür einstehen. Sie geben ihre FREIHEIT freiwillig ab, um sich in die Herde einzufügen. Und was die Herde bestimmt, das gilt für alle Tiere. Ohne jede Ausnahme!

Doch wovor genau hat man Angst? Wozu genau fehlt einem der Mut? Daß man für sich selbst und seine Taten gerade stehen muß? Daß man von anderen für seine Persönlichkeit und FREIHEIT gehaßt, verachtet und ausgestoßen wird? Was ist das für ein jämmerliches Sklavendenken? Was gewinnt man als Herdentier, als Sklave überhaupt? Lebt man deswegen länger, lebt man deswegen besser, oder stirbt man deswegen eines Tages schöner?

Ich persönlich habe nur Verachtung übrig für solche Tiere, auch wenn einige von ihnen meine Freunde sind. Sozusagen die Lieblingstiere in eines fremden Schäfers Herde. Ob es wohl gelingt sie da rauszuholen?

Ich kann den Schäfer eben nicht leiden. Ein fürchterlicher Mensch mit bösen Ansichten! Und deshalb macht es mir Vergnügen, ihn zu ärgern. Als Wolf verkleidet hole ich mir hin und wieder ein Schäflein. Doch ich fresse es nicht. Jedenfalls nicht wirklich ‒ höchstens nur symbolisch. Und aus dem Schäflein wird ein neuer Wolf. Aber das ist eine andere Geschichte ...
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#4
Vielen Dank für den umfassenden Beitrag! Er spricht mir aus dem Herzen.

Wer nicht mit sich selbst im Reinen ist, der kann auch mit nichts anderem jemals grün sein oder sich frei fühlen!

Um das zu erreichen, muß man ganz tief in sich gehen (alleine sein mit sich selbst, ohne jede Ablenkung, ohne Alltag!). Man muß sich mit sich selbst auseinandersetzen, sein bisheriges Leben, Verhalten und die eigene Entwicklung analysieren, neue Ziele und Vorgehensweisen definieren. Das schmerzt und kann Tränen hervorrufen, aber es nutzt nichts an altem festzuhalten, wenn es einem schadet. Die Angst vor dem Alleinsein darf NIEMALS so weit gehen, daß man sich selbst verrät und belügt, sich etwas vorgaukelt, um nur nicht allein zu sein.

Es nutzt auch nichts über gemachte Fehler zu klagen (Stichwort Selbstmitleid) oder die Schuld gar auf andere zu schieben! SO FUNKTIONIERT DAS NICHT!

Die Vergangenheit ist lediglich der Spiegel, der uns dazu befähigt eine jetzige Situation auseinanderzunehmen und es in Zukunft besser zu machen.

Ach, die "böse" Vergangenheit ...
Ein anderer Blickwinkel zeigt uns auf, daß die Vergangenheit ein Hilfsmittel ist, weil sie uns offeriert, was funktioniert hat und was nicht! 

Jeder hat jeden Tag aufs neue die Wahl!
Ein Wolf zu sein, und damit ein selbstbestimmtes Leben zu führen, oder ein Schaf zu sein, und damit ein Herdentier ohne eigenen Willen, ohne Lebensinhalt und -sinn, außer der Büttel von irgendwem zu sein. Mäh!


Zitat:Ich persönlich habe nur Verachtung übrig für solche Tiere, auch wenn einige von ihnen meine Freunde sind. Sozusagen die Lieblingstiere in eines fremden Schäfers Herde.

Das unterschreibe ich!
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#5
Hat eigentlich schon jemand diese unfaßbare Coca-Cola-Werbung gesehen? Grundtonus: Wer sagt denn, daß wir zum alten Normal zurückkehren müssen? Das Neue kann auch ganz groß und wunderbar und überhaupt total und super usw. sein. Untermalt von schwüler Dramahoffnungsmucke. Es sehen hier ja nicht mehr so viele TV, daher mal kurz der Fingerzeig.
"Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd."
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