01.07.12026, 07:40
Pflanzenschutzmittel
Bei Landwirten gilt Parkinson durch Pestizide als Berufskrankheit – wie sich jeder schützen sollte
Parkinson ist in der Landwirtschaft eine Berufskrankheit. Denn Studien zeigen, dass Pflanzenschutzmittel zum Entstehen der Krankheit beitragen. Wie groß ist das Risiko für die Bevölkerung?
...
Hinweise, dass Pestizide ein Risikofaktor für Parkinson sind, gibt es lange. Daten kommen auch aus den USA. Ein Gesetz in Kalifornien schreibt seit 1974 vor, dass Farmer melden müssen, wann, wo und was sie spritzen. Diese Daten fließen in ein zentrales Register ein. In Deutschland gibt es kein solches Register.
„Es ist schwer zu belegen, welche Pestizide in welchen Mengen an der Entstehung von Parkinson beteiligt sind“, so Berg. „Denn zwischen der Exposition und dem Auftauchen von Symptomen können Jahrzehnte liegen.“ Daher braucht es neben großen epidemiologischen Studien Tierversuche oder Studien mit Zellkulturen. In Zellkulturen kann man direkt sehen, welche Effekte einzelne Gifte auf Nervenzellen haben.
Ich frage mich gerade, warum diese "Tests" nicht schon vor dem in Verkehr bringen gemacht werden. Es ist doch angeblich die Basis einer Zulassung?
Berg: „Wir sehen, dass Nervenzellen im Gehirn, die für die Dopaminherstellung verantwortlich sind, durch bestimmte Pestizide direkt geschädigt werden. Diese Schädigung ist bei Parkinson für die Hauptsymptome wie etwa die Verlangsamung von Bewegungen verantwortlich.“ Es gibt weitere Mechanismen, wie Pestizide Nervenzellen schädigen. „Tierstudien zeigen, dass die Toxine den Energie- und den Stützapparat der Nervenzellen beeinträchtigen können. Die Giftstoffe lösen zudem in Zellen oxidativen Stress aus und beeinträchtigen das Mikrobiom im Darm.“
...
Wir nehmen diese Stoffe nicht nur über die Nahrung auf, sondern auch über die Luft oder die Haut. Eine Studie, die vor einem Jahr im International Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, zeigt, dass Menschen, die im Umkreis von 500 Metern um gespritzte Felder wohnen, ein stark erhöhtes Parkinson-Risiko haben.
Was die Forschung noch beunruhigt: Die nervenschädigenden Wirkungen verstärken sich, wenn Zellen mit mehreren Pestiziden in Kontakt kommen. Die Wirkung dieser Pestizid-Cocktails wird in den Zulassungsstudien nicht berücksichtigt, weil hier nur isolierte Wirkstoffe begutachtet werden. Die reale Gefährdung bildet diese isolierte Risiko-Betrachtung vermutlich nicht ab – schließlich sind allein in der EU derzeit 453 verschiedene Wirkstoffe zugelassen. Während ihr Einsatz in der EU stagniert, landet weltweit immer mehr Gift auf den Äckern.
Pflanzenschutzmittel im Garten
Es gibt keine verlässlichen Daten, welche Mengen von welchen Pflanzenschutzmitteln in privaten Gärten zum Einsatz kommen. Fest steht jedoch: Viele dieser Mittel sind extrem giftig, nicht nur für Schädlinge.
https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/neurologische-erkrankungen/parkinson-durch-pestizide-berufskrankheit-bei-landwirten-schutz-im-alltag-1262137.html
Bei Landwirten gilt Parkinson durch Pestizide als Berufskrankheit – wie sich jeder schützen sollte
Parkinson ist in der Landwirtschaft eine Berufskrankheit. Denn Studien zeigen, dass Pflanzenschutzmittel zum Entstehen der Krankheit beitragen. Wie groß ist das Risiko für die Bevölkerung?
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Hinweise, dass Pestizide ein Risikofaktor für Parkinson sind, gibt es lange. Daten kommen auch aus den USA. Ein Gesetz in Kalifornien schreibt seit 1974 vor, dass Farmer melden müssen, wann, wo und was sie spritzen. Diese Daten fließen in ein zentrales Register ein. In Deutschland gibt es kein solches Register.
„Es ist schwer zu belegen, welche Pestizide in welchen Mengen an der Entstehung von Parkinson beteiligt sind“, so Berg. „Denn zwischen der Exposition und dem Auftauchen von Symptomen können Jahrzehnte liegen.“ Daher braucht es neben großen epidemiologischen Studien Tierversuche oder Studien mit Zellkulturen. In Zellkulturen kann man direkt sehen, welche Effekte einzelne Gifte auf Nervenzellen haben.
Ich frage mich gerade, warum diese "Tests" nicht schon vor dem in Verkehr bringen gemacht werden. Es ist doch angeblich die Basis einer Zulassung?
Berg: „Wir sehen, dass Nervenzellen im Gehirn, die für die Dopaminherstellung verantwortlich sind, durch bestimmte Pestizide direkt geschädigt werden. Diese Schädigung ist bei Parkinson für die Hauptsymptome wie etwa die Verlangsamung von Bewegungen verantwortlich.“ Es gibt weitere Mechanismen, wie Pestizide Nervenzellen schädigen. „Tierstudien zeigen, dass die Toxine den Energie- und den Stützapparat der Nervenzellen beeinträchtigen können. Die Giftstoffe lösen zudem in Zellen oxidativen Stress aus und beeinträchtigen das Mikrobiom im Darm.“
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Wir nehmen diese Stoffe nicht nur über die Nahrung auf, sondern auch über die Luft oder die Haut. Eine Studie, die vor einem Jahr im International Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, zeigt, dass Menschen, die im Umkreis von 500 Metern um gespritzte Felder wohnen, ein stark erhöhtes Parkinson-Risiko haben.
Was die Forschung noch beunruhigt: Die nervenschädigenden Wirkungen verstärken sich, wenn Zellen mit mehreren Pestiziden in Kontakt kommen. Die Wirkung dieser Pestizid-Cocktails wird in den Zulassungsstudien nicht berücksichtigt, weil hier nur isolierte Wirkstoffe begutachtet werden. Die reale Gefährdung bildet diese isolierte Risiko-Betrachtung vermutlich nicht ab – schließlich sind allein in der EU derzeit 453 verschiedene Wirkstoffe zugelassen. Während ihr Einsatz in der EU stagniert, landet weltweit immer mehr Gift auf den Äckern.
Pflanzenschutzmittel im Garten
Es gibt keine verlässlichen Daten, welche Mengen von welchen Pflanzenschutzmitteln in privaten Gärten zum Einsatz kommen. Fest steht jedoch: Viele dieser Mittel sind extrem giftig, nicht nur für Schädlinge.
https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/neurologische-erkrankungen/parkinson-durch-pestizide-berufskrankheit-bei-landwirten-schutz-im-alltag-1262137.html
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