Die Rolle der Frau am historischen Beisp. der Königin Luise
#40
Herzlichen Glückwunsch, liebe Königin Luise

   

Luise von Mecklenburg-Strelitz wurde am 10. März 1776 geboren und feiert heute ihren 250. Geburtstag

"Ich glaube nicht an Gewalt, ich glaube nur an die Gerechtigkeit."

Heute jährt sich der Geburtstag von Luise von Mecklenburg-Strelitz, der späteren Königin Luise von Preußen, zum 250. Male. Luise glaubte nicht an adelige Privilegien durch Geburt, sondern an die grundsätzliche Gleichheit und Freiheit der Menschen. Dem preußischen Bürgertum galt sie daher als Hoffnungsträgerin für die Schaffung einer konstitutionellen Monarchie und die gewaltfreie Durchführung grundsätzlicher Reformen, nachdem sich die französische Revolution mit ihren Gewaltexzessen als blutiger Irrweg und untragbares Vorbild für Europa erwiesen hatte. Ihr Sohn Wilhelm I. wurde zum ersten Kaiser des vereinigten deutschen Reiches.

Berühmt, geradezu zur preußischen Legende, wurde die junge Königin jedoch durch ihr Zusammentreffen mit Napoleon Bonaparte in Tilsit am 6. Juli 1807. Erst im Oktober des Vorjahres hatte König Friedrich Wilhelm III. Frankreich nach langem Zögern den Krieg erklärt, auch Luise hatte ihn in diesem Vorhaben bestärkt, da sie Napoleon für ein »moralisches Ungeheuer« hielt. Doch das Preußen dieser Zeit glich nicht mehr dem Friedrichs des Großen, so sehr man auch noch von dessen Ruhm zehrte – der Krieg endete in einem militärischen Desaster.

Nun galt es, durch vorteilhafte Friedensverhandlungen wenigstens einen Rest an Würde und Eigenständigkeit zu erhalten. Luise sollte Napoleon nicht als politisch agierende Königin, sondern als Frau und Mutter entgegentreten, doch sie kam zu spät, die Vertragsbedingungen waren längst beschlossene Sache. Für die junge Königin, deren Gesundheit ohnehin bereits stark angegriffen war, bedeutete dieser Mißerfolg auch eine persönliche Katastrophe – auch oder gerade weil Napoleon in seinen Aufzeichnungen zugab, daß ein früheres Erscheinen Luises wohl das Verhandlungsergebnis zugunsten Preußens gewendet hätte.

In die Zeit der Flucht vor Napoleon fällt auch ein Ereignis, das Luises Kindern für immer im Gedächtnis blieb, auf ihren Denkmäler verewigt wurde und gleichzeitig die enge, liebevolle Bindung der Königin an ihre Familie zeigte: Ein gebrochenes Kutschenrad zwang die Flüchtenden zu einer Pause, in der Luise für die Kinder Kränze aus Kornblumen flocht. Seitdem ist diese blaue Blume mit dem Andenken an ihre Person verbunden.

Luise starb viel zu jung an den Folgen eines Herztumors und einer unbehandelbaren Tuberkulose am 18. Juli 1810 in Neustrelitz. Den Protagonisten der napoleonischen Befreiungskriege galt sie als immer noch im Geiste lebendig, als mutige Frau, die ihren Stolz bezwang, um sich bei einem übermächtigen Gegner für das Wohl Preußens einzusetzen. »Luise sei der Schutzgeist deutscher Sache. Luise sei das Losungswort der Rache«, dichtete Theodor Körner, der ihr Bild auf den Fahnen der deutschen Truppen verewigt wissen wollte. Vor allem in Erinnerung geblieben ist die Königin jedoch wegen ihrer Herzlichkeit und ihres unbefangenen Umgangs mit dem Volk. Sie wird für immer als »Königin der Herzen« verehrt.

Wer ihr heute blaue Kornblumen ans Grab oder ans Denkmal trägt, kann also guten Gewissens für sich in Anspruch nehmen, damit einer mutigen und im besten Sinne kämpferischen Frau seinen aufrichtigen Respekt zu zollen.

»Ich gehe von dem Grundsatz aus, daß der Mensch, der sich dem Gedanken überläßt „Preußen ist doch verloren“, ein Mensch ist, der zu gar keinen größeren Vorkehrungen taugt.«

Zitat:Um 1800 erfuhr die Kornblume in Deutschland einen grundlegenden Bedeutungswandel: Von einem gefürchteten Ackerunkraut wandelte sie sich zum Symbol einer „neuen Natürlichkeit“ und mit der Mythenbildung um die 1810 jung verstorbene Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz zur „preußischen Blume“. Den entscheidenden Anstoß für den Kornblumenkult des 19. Jahrhunderts hatte Luises Sohn – der spätere Kaiser Wilhelm I. – gegeben, der in Erinnerung an seine Kindheit die „preußisch blaue“ Kornblume zu seiner Lieblingsblume erklärt hatte. Wilhelms Vorliebe soll auch auf seine Tochter Luise zurückgehen, die mit Sträußen und Kränzen das Arbeitszimmer ihres Vaters schmückte. Preußisch Blau bezog sich hier auf den Farbton der Uniform-Röcke.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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Nachrichten in diesem Thema
Alles Gute zum Geburtstag: Königin Luise - von Paganlord - Vor 4 Stunden
Namhafte Adelige, namenloses Volk - von čono - 06.01.12011, 21:22
Königin Luise und ihre Fürsprecher - von čono - 07.01.12011, 13:43
Re: Königin Luise und ihre Fürsprecher - von Glückskind - 07.01.12011, 14:21

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