Pestizid-Neuigkeiten
#41
Verbotene Pestizide dringen durch Bananen-Schale

Wie der konventionelle Anbau von Bananen in Ecuador, einem der größten Bananenexporteure der Welt, funktioniert, war im Dezember 2025 in einer Investigativ-Sendung von Rai3 zu sehen. Bodennahe Kleinflugzeuge verteilen Fungizide, mehrheitlich den Wirkstoff Mancozeb, über den Plantagen – ohne Rücksicht auf die unter der Pestizidwolke arbeitenden und lebenden Menschen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA stuft Mancozeb als hormonell wirksam, fortpflanzungsgefährdend und giftig für die Ökosysteme ein.

In der EU wurde die entsprechende Zulassung 2020 entzogen, in Lateinamerika ist Mancozeb jedoch weiterhin verbreitet in Verwendung. Die „Bananeros“, die Arbeiter und Arbeiterinnen auf den Bananenplantagen, berichten von Hautreizungen, Atemproblemen, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Bei Kindern und Frauen, die in der Nähe von Plantagen wohnen, treten gehäuft Lernschwächen bzw. Störungen der Schilddrüsenfunktion auf. Laut den Recherchen von Rai3 kämen in bestimmten Regionen in Ecuador auffallend viele Kinder mit Behinderungen zur Welt.

Zum Schutz vor Schädlingen werden die Blüten- bzw. Fruchtstände der Bananenpflanzen in Plastiksäcke gehüllt, die mit Insektiziden (häufig: Bifenthrin) imprägniert sind. Die Rai-Doku zeigt zudem, dass Arbeiterinnen oft ohne Handschuhe die geernteten Bananen mit Alaun, einem Aluminiumsalz, besprühen, um Schimmelbildung während des wochenlangen Transports auf See zu verhindern.

Das Rai-Investigativteam ließ acht Proben von Bananen aus verschiedenen italienischen Supermarktketten im Labor auf Pestizidrückstände analysieren:

Tatsächlich waren im Fruchtfleisch der Proben Rückstände von zehn verschiedenen Wirkstoffen, jeweils unterhalb der gesetzlich festgelegten Höchstwerte, nachweisbar. Problematisch daran ist, dass vier der nachgewiesenen Substanzen in der EU verboten sind, namentlich die Insektizide Bifenthrin und Chlorpyrifos sowie die Fungizide Fenpropimorph und Myclobutanil. Sie alle dürfen in der EU nicht mehr eingesetzt werden, weil sie ein zu hohes Risiko für die menschliche Gesundheit, für Bestäuber oder andere Organismen oder für die Umwelt darstellen.

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Die deutsche Verbraucherschutzorganisation foodwatch kritisiert den Umgang der EU mit Pestiziden als Doppelmoral. Während besonders gefährliche Pestizide in der EU nicht (mehr) verwendet werden dürfen, stellen Konzerne, auch in Europa, diese nach wie vor her und exportieren sie in andere Weltregionen: auf Kosten der Gesundheit der dort lebenden Menschen und der Umwelt.

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Foodwatch fordert daher, dass Chemikalien, die aufgrund ihrer schädlichen Wirkung auf Gesundheit und Umwelt in der EU verboten sind, nicht länger in andere Länder exportiert werden dürften, und dass Lebensmittel, die mit diesen verbotenen Pestiziden behandelt wurden, nicht länger in die EU importiert werden dürften. Aktuelle Vorhaben der EU-Kommission wie das Lebens- und Futtermittelsicherheits-Omnibuspaket gehen leider in eine gänzlich andere Richtung: sie sehen zeitlich unbefristete Genehmigungen für Pestizidwirkstoffe sowie niedrigere Hürden und längere Laufzeiten für „Notfallzulassungen“ für besonders gefährliche Pestizide in der EU vor.

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Verbraucher und Verbraucherinnen, die auf Nummer sicher gehen wollen, tun gut daran, Bananen aus biologischer sowie öko-fairer Produktion zu bevorzugen. In der biologischen Landwirtschaft ist der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden verboten.

https://www.suedtirolnews.it/wirtschaft/verbotene-pestizide-dringen-durch-bananen-schale
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