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Was mich der Garten gelehrt hat
#1
Als geborenes Stadtkind brauchte es eine Weile, die ich sehr abgeschieden lebte, um eine Verbindung zur Natur aufzubauen – sie ist jedoch nie wieder abgerissen. In der Beziehung bin ich ein Kind – mich macht das Gelb einer Butterblume glücklich, und ein neuer Sproß an einem Zweig erfüllt mich mit Ehrfurcht. Ich finde, die Natur ist das einzige Schöne auf diesem Planeten.
Dennoch führte mich mein Weg nach dem abgeschiedenen Wohnen zunächst wieder in die Stadt, da ich meinte, es sei für meine Lebensumstände praktischer. Man könnte jedoch auch meinen, ich war ein Blatt, dass mal hierhin, mal dorthin gepustet wurde.

Nun lebe ich seit einigen Monaten mit einem Garten, den ich mir sehr gewünscht hatte.
Das erste, was er mich gelehrt hat, ist Geduld. "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht", an diesen Satz musste ich manchmal denken, wenn ich die Stelle mit dem ausgebrachten Samen sehnsüchtig beobachtete. Wo blieben sie denn, meine Pflanzen?
Das zweite, was er mich lehrte, war seine bedingungslose Großzügigkeit. Denn wenn es erst einmal losgeht, dann aber richtig. Da draußen warten jetzt noch leckere Radieschen, Spinate, ewiger Kohl, Kräuter und Salate darauf, uns den Herbst zu "versüßen". An der Stelle, wo ich ein Blatt vom Mangold geschnitten habe, kommen gleich zwei neue, und meine Erdbeerpflanzen haben sich mehr als verdoppelt.
Das dritte, was ich gelernt habe, ist Kooperation. Ich teile meine Ernte mit den Schnecken und den anderen Bewohnern. Es entsteht ein Gefühl von Verbundenheit, ich ärgere mich nicht, wenn jemand eine dicke Erdbeere vor mir entdeckt und abgekaut hat. Denn es sind immer noch genug für mich da.
Das vierte, was ich gelernt habe ist, dass die Oberfläche einem niemals verläßlich sagen kann, wie es um die Substanz beschaffen ist. So kann ein Samen in diesem Jahr nicht aufgehen, aber vielleicht im nächsten. Ein kleiner Baum kann aussehen wie tot, und doch sprießt unter der Erde schon etwas Neues, das einfach noch nicht zu sehen war. Und eine Pflanze kann gesund aussehen, im Inneren jedoch zerfressen sein.

Der letzte Abschnitt erinnert mich an die Menschen. Wenn man versucht, jemandem etwas beizubringen und zu ungeduldig ist, verpasst man vielleicht, wie die Saat aufgeht. Denn manches muss erst im Inneren ruhen, und so mancher Trieb ist vielleicht noch unter der Oberfläche verborgen. Doch es strebt immer zum Licht, das Herr Sonne zuverlässig spendet.
„Nichtstun ist halber Tod. Das Leben äußert sich nur in der Tätigkeit.“
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#2
Die Sorte "Autumn Bliss" (zum Beispiel bei Baumschule Horstmann), die jetzt im Herbst die Gaumen kitzelt. Wenn sie im Sommer beim Rasenmähen auch stören, es ist der Mühe wert. Das hat mich mein Garten gelehrt.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#3
Gärtnern stärkt den Mut des Menschen. Die Erfahrung, daß immer wieder von Neuem alles sprießt, gedeiht und Früchte trägt, gibt Sicherheit und Zuversicht.
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#4
Der Stolz eines Gemüsegärtners ist es, im Winter durch den Garten zu stapfen und sein Gemüse frisch zu ernten! Wer nämlich im Sommer die richtigen Arten ausgesät hat, kann sich jetzt noch mit Vitaminen aus dem Garten versorgen. Im Winter erntet man: Rosenkohl und Grünkohl und auch Poree, Rapünzchen sowie Schwarzwurzel und Wintermöhren landen in der Küche.

Wintermöhren und Schwarzwurzeln läßt man ruhig bis zur Ernte im Erdboden; dort bleiben sie frisch und knackig. Das klappt allerdings nur, wenn der Winter mild ist, die Möhren gesund sind und der Garten nicht von Wühlmäusen heimgesucht wird. Damit die Wurzelgemüse nicht im Boden festfrieren und man jederzeit ernten kann, schichtet man Stroh mit Bastmatten (oder mit einer Drahtrolle beschwert), damit das Stroh nicht davonfliegt.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#5
Mein Star des letzten Jahres war der Spinat: Butterflay. Im Herbst ausgesät, versorgte er uns den ganzen Winter über mit frischem Grün für Smoothies, wurde vom Frost niedergerungen, stand wieder auf und war immer noch lecker und begann erst Ende März zu schießen. Diese Sorte lässt sich sehr gut in großen Töpfen auch auf dem Balkon oder der Terrasse ziehen und kann noch bis in den späten Herbst hinein ausgesät werden. Man pflückt einfach immer die äußeren Blätter.
„Nichtstun ist halber Tod. Das Leben äußert sich nur in der Tätigkeit.“
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