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Tips rund um den Gemüseanbau
#11
Keimrate erhöhen und Keimung beschleunigen

Jetzt kann man ja schon langsam wieder anfangen, Pflanzen vorzuziehen. Meist dauert es ja um die 10 Tage, bis die Samen keimen. So verkürzt man das auf drei und erhöht gleichzeitig die Keimungsrate:

- Es geht um die Wärme, Samen keimen besser bei Wärme.

- Samen in oder auf die Anzuchterde, je nach Art. Ich nehme meist billige Blumenerde, so gehaltvoll ist die nicht.

- Mit richtig heißem Wasser übergießen, es kann kaum heiß genug sein, also aufkochen und das darübergießen. Zum Eigenschutz nicht direkt aus dem Topf gießen, sondern in kleine Gefäße füllen vorher, z. B. eignet sich ein Zuckerkännchen. Das Kännchen wiederum kann man ins Spülbecken stellen und dort vollgießen, so ist man auf der ganz sicheren Seite. So geht auch die Temperatur etwas herunter, wirklich noch kochen soll es nicht.

- Mit Klarsichtfolie abdecken, wieder Plastik. Ich weiß da keine gute Alternative. Ein Anzuchtgefäß mit Deckel wäre eine.

- Außerdem noch in ein Tuch einschlagen zum Warmhalten und an einen warmen Ort stellen, z. B. auf eine Heizung, wenn noch geheizt wird.

- Nach etwa drei Tagen gibt es bereits Wurzeln, und man sieht Keimspitzen. Dann Folie ab und kühler stellen, sonst bekommt man labberige lange Pflänzchen. Und dann weiter verfahren wie gewohnt.

- Eine "mildere Variante" ist, die Erde vorzuwärmen, also vorher im warmen Zimmer zu lagern eine Weile, mit handwarmem Wasser angießen und die ersten Tage an einen warmen Ort, z. B. auf die Heizung stellen.
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#12
Vor zwei Tagen, also am 13., habe ich Federbusch, Kornblumen, Echinacea, Schnittlauch und Liebstöckel gesät.

Der Federbusch ist ein Warmkeimer, und er wurde am 13. mit der oben beschriebenen Methode behandelt. Am 7. hatte ich ihn bereits auf Erde gesät und lauwarm gegossen. Und täglich besprüht, weil die Erde immer wieder abgetrocknet ist.
Der vor zwei Tagen mit dem Hitzereiz behandelte keimt heute, der bereits vor einer Woche wie üblich gesäte zeigt noch gar nichts.

Ich habe Fotos gemacht, wenn ich es mal schaffe, die hochzuladen, dann stelle ich sie noch ein. Ich muß mal ein anderes Bilderprogramm suchen, meines verlangt immer mal wieder, und so auch diesesmal, daß man die Fotos verkleinert, und das bereitet mir jedes Mal Schwierigkeiten.

Die anderen Pflanzen sind Kaltkeimer (soweit ich weiß). Bei ihnen habe ich nicht nur die Wärme, sondern auch die Kälte simuliert. Also abwechselnd in warmes und kaltes Wasser getaucht.

Vorgehensweise für Kaltkeimer

- kochendes Wasser in eine kleinere Schüssel gießen.
- Eiswürfel in eine zweite Schüssel mit Wasser.
- Die Samen z. B. in ein Tee-Ei geben. Sind sie dazu zu klein, vorher einwickeln in ein Stück Küchentuch.
- Abwechselnd ein paar Sekunden in das heiße Wasser (das kocht dann nicht mehr, hat vielleicht so anfangs noch 60 oder 70 Grad, würde ich sagen, und ziemlich schnell wohl nur noch 40 oder 50), und dann ein paar Sekunden in das kalte Wasser, die doppelte Länge etwa, also z. B. drei Sekunden heiß, sechs Sekunden kalt. Einige Male diesen Vorgang wiederholen.
- Winzige Samen, die man in ein Stück Küchentuch gewickelt hat, kann man einfach darauf belassen, also etwas auswickeln und so in ein Schälchen legen. Lose Samen aus dem Tee-Ei kann man ebenfalls auf ein befeuchtetes Küchentuch legen und dann in ein Schälchen. Sie bleiben dort ja nicht lange, und sie entwickeln manchmal erstaunlich lange Wurzeln, da sie dort nach Nährstoffen suchen.
- Abdecken, in Tuch einwickeln und an einen warmen Ort stellen (auf die Heizung geht auch, wenn sie denn läuft).
- Wenn man nach zwei Tagen das "Mini-Treibhaus" mal öffnet um nachzuschauen, sollte man auch die Feuchtigkeit prüfen und eventuell etwas Wasser draufsprühen.

Bei mir standen sie jetzt anfangs so vier Stunden auf der Heizung, dann war es halt nicht mehr kalt genug, um zu heizen. Es geht auch an einem warmen Ort im Zimmer.

Kornblume, Echinacea und Liebstöckel zeigen ebenfalls bereits Ansätze von Keimlingen. Bisher nichts getan hat sich am Schnittlauch. Das ist auch der einzige der Samen, die ich selbst genommen habe, und die keinen Kältereiz hatten. Gekaufte Kaltkeimer-Samen sind in der Regel einem Kältereiz ausgesetzt worden bereits.

Das Eiswürfelwasser allein genügt also nicht, es ist nur ein weiterer Anreiz. Man läßt also selbst genommene Kaltkeimer-Samen entweder über den Winter mal draußen liegen für den Kältereiz oder legt sie mal ein paar Tage ins Gefrierfach des Kühlschranks.
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#13
ph-Wert messen, Alternative zum Lackmus-Test

Hat man keinen Lackmus-Test zur Hand, dafür aber Spiritus und ein paar rote Rosen, so geht es auch damit.

- Blütenblätter von zwei, drei roten Rosen mit einem halben Teelöffel Sand zerstoßen. Mit einem Mörser geht das am besten. Der Sand dient nur als Reibmaterial, um die Zellen der Blüten gut aufbrechen zu können.
- In ein kleines Gefäß geben und mit etwa 100 ml Brennspiritus auffüllen.
- Die Flüssigkeit färbt sich lila. Eine Viertelstunde warten, bis alles gut gelöst ist.
- Durch ein Filterpapier seihen.
- Ein weißes Filterpapier damit benetzen (saugfähiges Papier, Kaffee-, Teefilter, ein Küchentuch ist vielleicht schon zu saugfähig, und es zerreißt auch leicht). Mit einer Pipette und ein (alter, ausgemusterter) Kaffeelöffel geht auch.
- Trocknen und wiederholen, bis das Filterpapier gut lila gefärbt ist. Zum Trocknen fönen, dann geht's schneller.

Nun kann man die Substanz, deren ph-Wert man testen möchte, aufbringen. Das Papier färbt sich an der Stelle, und man kann an der jeweiligen Färbung den pH-Wert ablesen. Die Farb-Tabellen zum Ablesen findet man z. B. im Internet, oder vielleicht hat man noch einen alten Teststreifen zu Hause.

Oder man kauft sich einen neuen Lackmus-Test für 'nen Euro. Updown
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#14
Ungünstige Nachbarschaft ausgleichen

Pflanzen beeinflussen sich gegenseitig, und manche ungünstig und sollte man deshalb nicht nebeneinander pflanzen. Hat man nun gar keinen anderen Platz im Beet mehr frei außer neben einer solchen ungünstigen Nachbarschaft, kann man die Ringelblume dazwischenpflanzen, die sich mit fast allen anderen verträgt (Ausnahme: Thymian) und so ausgleichend wirken kann.
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#15
Tetragonia oder Neuseeländischer Spinat

Eigenschaften:

- schmeckt ähnlich wie Spinat oder Mangold
- schön große Samen, zur leichteren Keimung zuvor ein paar Stunden einweichen
- wenig Pflegeaufwand, wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge
- Starkzehrer, geeignet z. B. auch zur Unterpflanzung von Tomaten
- Standort Sonne oder Halbschatten, aber benötigt schon viel Sonne
- wächst langsam, aber dann buschig, und wenn immer wieder geerntet wird, verzweigt er sich immer mehr, damit gut ertragreich; zwei Pflanzen genügen eigentlich schon
- zum Wachstumsbeginn bald kappen, damit er sich gleich schon gut verzweigt
- wird er zu groß, einfach ein paar Triebe abschneiden
- bildet dicke Samenkapseln, die auch zur Vermehrung leicht zu ernten sind
- drinnen vorziehen und wie so oft erst ab Mitte Mai ins Beet

Besonderheiten:

- enthält Oxalsäure, wie Rhabarber oder eben Spinat und Mangold. In regnerischen kalten Sommern erhöht, bei viel Sonne kein Problem.

Kochen und Garen reduziert den Anteil, da die Oxalsäure ins Kochwasser übergeht. Eine Reduktion von Oxalsäure ist aber nur dann erfolgreich, wenn das Kochwasser nicht weiter verwendet wird.

Werden kalziumreiche Lebensmittel wie Milch und Co. mit Oxalsäurereichen gegessen, wird die Oxalsäure gebunden und wird dann über den Darm ausgeschieden. Rhabarber also lieber mit Vanillesauce, Vanilleeis oder Milchreis genießen, Spinat mit Käse oder Frischkäse kombinieren. Veganer können mit Tahin oder Hirse gegensteuern, die ebenfalls Calciumreich sind. Oder ein Calcium-Supplement als Brause trinken. Bei Neigung zu Nierensteinen zusätzlich viel trinken! Wer Probleme hat, sollte sich bei Rhabarber, Spinat, Mangold und Sauerampfer insgesamt zurückhalten.


https://www.dagmarvoncramm.de/weniger-oxalsaeure-praktische-tipps-in-der-kueche/


Man erntet auch deshalb bevorzugt die jungen Blätter und Triebspitzen, so die vordersten fünf Blätter.

- Wie bei Spinat Stickstoffdüngung mit Bedacht, da es zu höherem Nitratgehalt kommen kann. Vermutlich läßt sich das wie bei Spinat durch Kochen/Blanchieren (und Wegschütten des Kochwassers) reduzieren.

Der Nitratgehalt kann bei starker Stickstoffdüngung bestimmte Grenzwerte überschreiten. Die Spinatpflanze speichert überschüssigen Stickstoff, den sie bei ihrer kurzen Vegetationsperiode nicht zur Eiweißbildung verwenden kann. Ein großer Teil des Nitrats, etwa 40 bis 70 %, wird durch Blanchieren des Spinats ausgewaschen. Der Rest jedoch kann innerhalb von 24 Stunden nach der ersten Zubereitung durch nitrifizierende Bakterien in gesundheitsgefährdendes Nitrit umgewandelt werden. Spinat, der nach nur 1 bis 2 Stunden wieder aufgewärmt wird, kann unbedenklich genossen werden. Das ist aber nicht mehr der Fall, wenn er länger stehen bleibt.

https://www.medmix.at/spinat-wertvolles-gemuese/?cn-reloaded=1


- Gleich nach der Ernte zubereiten und verzehren, denn er hält sich überhaupt nicht frisch. Was auch der Grund sein dürfte, daß es ihn nicht im Laden zu kaufen gibt, nicht, weil er etwa nicht gut wäre.

Was mich besonders an dieser Pflanze interessiert, ist ihr Saponingehalt. Wie hoch er tatsächlich ist, konnte ich zwar nicht in Erfahrung bringen bisher. Aber ich hoffe mal, daß er hoch genug ist, und zwar in den Blättern, um immerhin über den Sommer aus den Blättern eine Waschsubstanz herstellen zu können. Da sie nach einer Weile wuchernd buschig wächst, immer gut nachwächst und sich noch weiter verzweigt, wäre sie dafür gut geeignet. Und man hätte dann eine Waschsubstanz zum Spülen und Händewaschen, die aus einer eßbaren Pflanze herrührt, was mir persönlich angenehm ist.

"Da die Pflanze als Gemüse (Neusseländer Spinat) gegessen wird, kann dieses Saponin nicht toxisch sein".
https://books.google.de/books?id=ZFEiBgAAQBAJ&pg=PA72&lpg=PA72&dq=tetragonia+saponine&source=bl&ots=TBBGVSvdSt&sig=ACfU3U053myzKUNz-g9cKFQ9KO_-U24haA&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjZobL6mfb2AhUZQvEDHTQCBpYQ6AF6BAgtEAM#v=onepage&q=tetragonia%20saponine&f=false

Daher werde ich auch mehr als zwei Pflanzen anbauen, um damit experimentieren zu können. Dort ist übrigens von Saponinen in den Samen die Rede. Ich werde mit den Blättern experimentieren. Und ob die Samen von Tetragonia überhaupt eßbar sind, ist mir nicht bekannt!
Aus Tränen Gold und Perlen machen
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Es bedanken sich: Czar , Cleopatra , Waldschrat , Fulvia , Slaskia , Violetta


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